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Magped – Testbericht magnetische Pedale!

Wie Ihr vielleicht wisst, fahre ich immer noch (nach knapp 12 Jahren) mit Klickpedalen. Ich konnte mich einfach bisher nicht durchringen auf Flatpedals umzusteigen, einfach weil ich schon viele viele blutige Schienbeine  gespickt mit “Pin-Abdrücke” von Umsteigern gesehen habe. Für technische Uphill Passagen sind Flatpedals aber doch manchmal vielleicht besser – vor allem um in schwierigen Passagen leichter anfahren zu können. Daher habe ich mir vor ein paar Tagen erst FiveTen Schuhe gekauft und wollte diesen Sommer das erste mal auf Flatpedals umsteigen.

Und ausgerechnet jetzt sehe ich dann diese Kickstarter Kampagne von “magped”, die noch bis Montag den 02.04.2018 läuft und bei welcher Geld gesammelt wird, um ein neues magnetisches Sicherheitspedal in die Massenproduktion zu bringen. Den Link zur Kampagne findet Ihr hier: Kickstarter – magped – magnetic safety pedals

Wenn ich mich mal an meine Mountainbike Anfänge zurück erinnere muss ich echt lachen. Ich bin mindestens 2 Jahre lang mit SPD Pedalen gefahren, die auf der einen Seite so eine Plastikabdeckung hatten, damit ich in schwierigen Passagen mit einem Fuß ausgeklickt auf der Kunstoff Plattform stehen konnte. Ich fühlte mich einerseits sicherer mit Klickis aber nicht in ganz schweren Passagen, weshalb ich die total instabile Kunstoff – Konstruktion mit dem linken Fuß nutzte. Im Nachhinein kann ich eigentlich nur den Kopf schütteln, denn auf der Kunststoff Seite hatte man ausgeklickt mit meinen Carbon-Sidi-Schuhen sowas von keinen Halt. 🤣

Ich kann also vom Grundsatz her total verstehen, wenn Biker einerseits den Halt von Klickis mögen, weil er ihnen Sicherheit gibt und auch für einen runden Tritt sorgt, aber andererseits man in manchen Passagen auch Angst hat zu Stürzen und nicht aus den Klickis zu kommen. Ein Pedal, das einem also einerseits die Sicherheit gibt eine festere Verbindung zum Pedal zu haben aber andererseits auch die Möglichkeit bietet sicher ausgeklickt zu fahren bzw. sich aufgrund des Magnets schnell vom Pedal lösen zu können, ist für mich gedanklich schonmal eine nachvollziehbare und geniale Idee.

Mein erster Gedanke, als ich das magnetische Pedal sah war also, dass es eine super Zwischenlösung zwischen Flatpedals und Klickpedalen sein oder sogar ein Klickpedal in bestimmten Bereichen ersetzen könnte. Meine Neugier war geweckt und ich habe erstmal einen kleinen finanziellen Beitrag geleistet, einfach weil ich die Idee an sich schon mal echt innovativ und gelungen fand. 

Und dann trudelte eine Nachricht in meinem Postfach ein, ob ich die Pedale nicht mal testen will, die derzeit in vielen Foren rauf und runter diskutiert werden. Dass ich vor Neugier fast platze (in manchen Bereichen) ist inzwischen wohl auch kein Geheimnis mehr, also sagte ich zu und 2 Tage später war bereits das Paket da.

Schön und hochwertig war nicht nur die Verpackung, sondern auch die Pedale auf den ersten Blick. Zum Lieferumfang gehören 2 Magnetscheiben, 2 Platten (um etwaige unterschiedlich hohe Profiltiefen der Schuhe auszugleichen), jeweils ein Päckchen kurze und etwas längere Schrauben zum Befestigen der Magnetscheiben am Schuh, 2 Imbussschlüssel sowie die 2 Pedale samt Anleitung. Die Pedale sind mit links und rechts markiert, damit man sie auch korrekt montiert und wir brauchten dann auch nur etwa 10 Minuten, um die Pedale zu wechseln und die SPD-Klickis gegen die Magnetscheiben zu tauschen. Die Magnetscheiben können wie Klickpedale auch an den Schuhen in der Höhe verstellt werden, also weiter oben oder weiter unten angebracht werden. Das hilft zusätzlich zu den Kunststoffplatten dabei unterschiedliche Profiltiefen von Schuhen auszugleichen. Überrascht war ich, dass der Magnet nur auf einer Seite fixiert und die Pedale auf der anderen Seite wie normale Flatpedals genutzt werden können. Das wusste ich bis dahin noch nicht.

Am Anfang gestaltete sich das auch als gewöhnungsbedürftig, da man die Seite des Pedals erwischen muss, die den Magnet nach oben hat. Fährt man aber eine Weile, hat man recht schnell den Dreh raus, da aufgrund des Gewichts das Pedal nach unten hängt und man so weiß, dass man von oben den Schuh aufstellen muss. Auch kann man sich an der grünen Farbe orientieren, die muss nach hinten unten zeigen, damit man den Schuh auf der magnetischen Seite platzieren kann. Wenn man eine Weile unterwegs ist funktioniert das dann aber wirklich mit der Zeit von ganz alleine.

Ich habe auf meiner Tour Trails gewählt, die nahezu alles dabei haben. Von technischen Uphill-Passagen bis kleinere Drops, eine sehr steile Holztreppe sowie normale Zubringerstrecken zum Pedalieren war alles dabei. Wer sich das anschauen möchte mit Kommentar von mir am Anfang und am Ende kann das hier im Video tun:

Abschließend muss ich sagen, dass ich es gut fand, wie ich es auch bereits im Video gesagt habe, dass ich etwas Spiel mit meinem Fuß auf den Magneten hatte und eben nicht so fixiert und unbeweglich wie mit Klickis drauf stand. Trotzdem hatte ich genügend Halt, um die Pedale nicht zu verlieren. Auch die Seite ohne Magnet bot mir guten Stand mit meinen Mavic Schuhen, wobei diese auch ein sehr hohes Profil haben.

Am Anfang wäre ich einmal fast umgekippt, da ich angehalten hab und wirklich ohne große Bewegung oder Zug den Fuß abstellen wollte und der Magnet doch sehr stark hielt. Hier muss ich aber dazusagen, dass ich meine Klickis sehr leicht eingestellt habe und sie nach oben auslösen, daher bin ich keine Drehung gewohnt. Bei den magped Pedalen löst sich der Schuh mit einer leichten Drehung, oder auch wenn man den Fuß etwas kräftiger hoch zieht. Während der Fahrt oder auf dem Trail ist mir das später dann nicht mehr passiert, da man da einfach eh schon mehr Schwung hat beim Fuß abstellen. Wie bei allen Pedalen muss man sich einfach erstmal daran gewöhnen.

Ich hatte nahezu auf meiner ganzen Tour einen guten Halt, bis auf einmal, als ich eine sehr steile Holztreppe runter gefahren bin. da bin ich mit dem linken Schuh vom Magnet abgerutscht aber stand trotzdem noch auf dem Pedal. Ich denke jedoch, das wäre mir mit normalen Flatpedals auch passiert, da ich das einfach noch nicht gewohnt bin ohne Klickis – fest fixiert – zu fahren.

Letztendlich ist es sicher eine Geschmacksache, ob man reine Flatpedals, reine Klickis oder eben eine Zwischenlösung wie die magped favorisiert. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass es mit Sicherheit einige Biker gibt, die genau wie ich auch, etwas dazwischen gut finden. Einen Langzeittest gibt es noch nicht, aber ich finde es eine tolle innovative Idee und fände es daher schön, wenn die Pedale in die Massenproduktion gehen. Also wenn Ihr ebenfalls Neugierig seid, dann könnt ihr vielleicht auch einen kleinen Beitrag leisten, damit die Idee nicht einfach so verpufft. Bis nächste Woche müssen noch etwa 6000 € zusammen kommen, damit die Massenproduktion starten kann.

Vielen Dank an dieser Stelle an magped für das kostenlose zur Verfügung stellen der Testpedale und ich drücke Euch als Erfinder alle Daumen. Wer nochmal genauer nachlesen mag, wo die Pedale her kommen und was sie können kann das hier tun: https://www.magped.com

Was fahrt Ihr denn für Pedale und wie findet Ihr die Idee von magnetischen Pedalen? Glaubt Ihr, sowas könnte etwas für Euch sein? Wie immer freue ich mich über Kommentare und eine rege Diskussion.

Und wenn Ihr weiterhin alle Neuigkeiten aus erster Hand haben möchtet freue ich mich, wenn Ihr Euch für meinen Newsletter anmeldet und mir auf meinen Social Media Kanälen folgt. Liebe Grüße an Euch und bis bald, Jani!

 

i  Die magped Pedale wurden mir für diesen Bericht zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Natürlich hat dies keinerlei Einfluss auf meine journalistische Freiheit. Meine journalistische Freiheit bleibt von jedweder Art der Kooperation, Unterstützung, Einladung usw. unberührt, weshalb ich sowohl positive als auch negative Aspekte des getesteten Produkts aufzeige. Aus diesem Grund bin ich Mitglied im Wriders`Club und halte mich an den vorgegebenen Blogger Kodex.

4 thoughts on “Magped – Testbericht magnetische Pedale!

  1. Merci für die umfangreichen Eindrücke! Um eine Testfahrt wird man selber kaum herumkommen, um diese Variante eines Klickpedals einschätzen zu können. Die Pedale kosten übrigens € 89,- und wiegen zw. 450 und 480 g.

    ((Wenn ich eine Bitte anbringen dürfte: Der Text könnte ein Lektorat vertragen, es sind jede Menge holpriger Passagen und tw. Rechtschreibfehler enthalten.))

    Weiter so!

    1. Hi Liebe Bike Area Tirol,

      vielen Dank für Dein Kommentar. Um das Pedal selbst einschätzen zu können kommt man vermutlich tatsächlich nicht um einen Selbsttest herum. Ich schreibe die Beiträge in meinem nicht kommerziellen Blog übrigens frei Schnauze – manchmal auch nachts, während mein kleiner Sohn schläft – und bemühe mich trotzdem immer Rechtschreibfehler zu vermeiden. Vielen Dank für Deinen Tipp ich werde mir weiterhin Mühe geben und versuchen darauf zu achten 😉 GLG Jani

  2. Hallo
    ich fahre ein eMTB von Scott und habe mich vor 14 Tagen entschlossen die normalen Flachpedale durch Magped’s zu ersetzen. Ich fuhr bis jetzt nie Clicpedale und mit meinen fast 70 Jahren traue ich mir dies auch nicht so richtig zu. Vom ersten Moment an war ich von diesen MagpedAL10 voll überzeugt und habe mir nach etwa 500km Geländefahrt noch die Ersatzmagnete AL15 bestellt.
    Gratulation für diese lobenswerte Erfindung

    1. Hallo John,
      vielen vielen Dank, für Deine Nachricht. Es freut mich ganz arg, dass Dich die Pedale ebenfalls so überzeugen wie mich! Ich habe mir inzwischen noch andere Schuhe mit einer flacheren Sohle gekauft – jetzt funktionieren die Pedale noch sehr viel besser! Ich finde es mega, dass Du so viel Spaß am Biken hast und hoffe Du kannst noch viele Jahre mit dem eMTB durch die Natur düsen und die Berge erklimmen! Würde mich sehr freuen wieder mal von Dir zu lesen! Schlaf gut und Liebe Grüße, Jani!

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