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Shimano E-Mountainbike Experience Tour – Erfahrungsbericht einer Bikefamilie

Ja Ihr Lieben, wer meine Social Media Kanäle verfolgt hat, hat sicher festgestellt, dass wir letzte Woche 5 Tage bei der Shimano E-Mountainbike (eMTB) Experience Tour mitgefahren sind.

Wir – das heißt die ganze Familie hat an diesem Abenteuer teilnehmen können, da vom Veranstalter ein Familienpaket angeboten wird. Wer das Familienpaket bucht hat damit sämtliche Leistungen inbegriffen z.B. dass einen erfahrenen Bike-Guides der BikeHotels Südtirol auf den schönsten Trails 4 Etappen quer durch Südtirol führen, einem Prolog mit Einschätzung der Könnerstufe/Fahrtechnik/Warm-up, sowie Gepäcktransport von Etappenort zu Etappenort (Achtung erst ab dem 1 Etappenort), Radtransport, Shuttle-Service zu den Hotels, 5 Übernachtungen mit Frühstück im DZ (EZ) im 4* Hotel, umfangreiches Welcome-Paket mit exklusiv für Teilnehmer erhältlichem Event-Trikot, Bike-Rucksack und zahlreichen Geschenken der Partner. Dieses Jahr war es außerdem wieder möglich E-Mountainbikes von 8 Radmarken für die einzelnen Etappen im Vorfeld zu reservieren und ausgiebig zu testen. Die 4 Mittagsjausen auf einer Hütte oder in einem Südtiroler Ort sind auch dieses Jahr mit im Preis inbegriffen gewesen, genauso wie die Verkostung von Südtiroler Spezialitäten im Zielbereich, eine Attraktive Expo-Area und Zugang zur SHIMANO-Lounge, Happy-Hour-Aktionen bei den Partnern und Radmarken, Kostenloser technischer Service, Exklusives Abendessen in den Etappenorten und extra im Familienpaket inbegriffen, die für uns so wichtige Kinderbetreuung (offiziell von maximal 5 Stunden/Tag – jedoch bei längeren Etappen bis man im Ziel angekommen ist). Nino wurde im Auto der extra angereisten Betreuerin Maxi Andrä von Etappenort zu Etappenort gebracht und ein separates Mittagessen für Nino war ebenfalls dabei.

Genaue Infos findet Ihr auf der Veranstaltungsseite: https://emountainbike-experience.org

Praktisch sah unsere Woche dann so aus:

Prolog, Dienstag den 29.05.2018

– 1,66 km und 105 Höhenmeter

Am 29.05.2018 startete die Expo morgens gegen 10 Uhr noch bei etwas Nieselregen und wir konnten unsere 2 Wochen vorher reservierten eMTBs bei den einzelnen Herstellern (folgende Hersteller waren vertreten: Bulls, Centurion, Ghost, Focus, Haibike, Husqvarna Bicycles, Merida und Scott ) einstellen lassen und abholen. Ich hatte schon im Vorfeld das Merida eOne-Sixty 900 in Größe S für den Prolog und die erste Etappe reservieren lassen und war schon ganz gespannt auf meine erste Fahrt mit einem Merida und einem Shimano Steps Antrieb überhaupt.

Um 11 Uhr ging es dann los zum Prolog – inzwischen hatte sich auch die Sonne etwas durchgekämpft. Zuerst fuhren wir mit den Guides auf einen kleinen Technikparcour, wo es galt Hindernisse zu überwinden, Bremsmanöver sowie Slalomfahrten durch zu führen, um anschließend auf einem nahegelegenen Trail zuerst bergauf und anschließend bergab die Fahrkünste zu beweisen. Nach etwa einer Stunde schlugen uns die Guides die aus ihrer Sicht passenden unterschiedlichen Gruppen für uns vor.

Mein Plan im Vorfeld war eigentlich zuerst in der Trail Advanced Gruppe mit zu fahren, jedoch meinten die Guides ich sollte zumindest am ersten Tag einmal mit der “Trail-Gruppe” starten, da vor allem der erste Tag bei der Advanced Gruppe sehr lange S3 Passagen in petto haben sollte. Auch bei der “Trail Tour” würde man auf S2 sowie S3 Passagen unterwegs sein, das Tempo sollte aber etwas langsamer sein. Ich könne dann später gut von Trail auf Trail Advanced wechseln. Ich war froh eine konkrete Einschätzung zu bekommen von jemand der die Strecke kennt, denn immer an meiner persönlichen Grenze wollte ich die nächsten Tage auch nicht fahren.

Gegen 15 Uhr startete Micha zum Prolog und ich fuhr mit Nino so lange zurück ins Hotel die Koffer für den nächsten Morgen packen. Micha war eigentlich für die Trail Advanced Gruppe eingeteilt, entschied aber, dass er am ersten Tag zumindest Vormittags mit mir, Steffen und Anja gemeinsam in der Trails Gruppe starten wird. Abends fand die Abendveranstaltung in der Ortsmitte von Naturns mit Südtiroler Spezialitäten statt und wir erhielten die letzten Infos und das Strecken Briefing.

Etappe 1: Naturns- Meran – Sarntheim, Mittwoch der 30.05.2018

– 57 km mit 1.687 Höhenmeter; reine Fahrtzeit ca. 4h 

Mit der Kinderbetreuerin Maxi Andrä hatten wir am Vorabend ausgemacht, dass Sie Nino ab kurz vor 9 Uhr übernehmen wird, so dass wir noch vor dem Start unsere eMTBs abholen können. Ich war ganz glücklich erstmal nicht am Limit fahren zu müssen und rollte also mit meinen Freunden Anja, Steffen und meinem Mann Micha zur ersten Etappe mit der “Trails” Gruppe an den Start. Ohne Probleme verabschiedete sich Nino und winkte uns zum Abschied hinterher.

Damit war also schon die erste Hürde – für uns als Familie –  genommen und ein Stein viel mir vom Herzen. 😉

Nach einem längeren Aufstieg zuerst auf Asphalt dann auf technischer werdenden Trails fanden sich die 3 verschiedenen Trailgruppen zusammen.

Auf dem Uphilltrail gab es dann die ersten technischen Ausfälle – mindestens 5 Platten und ein abgerissenes Schaltauge hielt den Tross ganz schön auf. Um Akku zu sparen fuhr ich mit meinem geliehenen Merida eOne-Sixty 900 bis zur Mittagspause fast alles in Eco und war erstaunt wie wenig Akku ich verbrauche und wie stark mich der Eco Modus an doch auch steileren Passagen unterstützte. Ich konnte so etwa um die 525 Höhenmeter (HM) fahren bis der erste Balken weg war. Oben angekommen hatte ich bei 1.049 HM dann erst den zweiten Balken weg. Das war schon wirklich beeindruckend!

Die Abfahrt zur Mittagspause in Meran führte uns über den “Stuanbruch Trail” der teilweise mir S2 und auch mit S3 ausgeschildert ist und einige der Teilnehmer stark forderte. Auch ich war positiv überrascht, dass wir mit einem solch anspruchsvollen Trail beglückt werden und staunte nicht schlecht als wir unten ankamen.

Unten angelangt fuhren wir über den Radweg zur Therme nach Meran zur Mittagsrast. Dort kam ich dann so nach ungefähr 1.165 Höhenmeter mit noch über 3 Balken an und war wirklich positiv überzeugt, wie gut sich der Shimano Steps Akku im Eco-Modus hält. Das Merida kletterte auch wirklich gut und die kleinere kompakte Geometrie kam mir mit einer Körpergröße von 164 cm auch im Downhill absolut zu Gute!

Während der Mittagsrast wurden die eMTBs in einer extra aufgebauten Ladestation alle geladen. Das funktionierte beinahe tadellos. Lediglich meine Freundin Anja hatte Pech, denn ihr eMTB hatte nach der Pause nicht aufgeladen. Doch auch dieses Problem löste der Veranstalter Plan B nach einiger Zeit und Anja konnte mit einem Tauschbike von Husqvarna die Etappe fortsetzen.

Zuerst ging es rauf zur Seilbahn “Meran 2000”, die uns zu einem super schönen Uphill und zu einer Hochebene mit Blick auf die Dolomiten bringen sollte. Aufgrund eines aufziehenden Gewitters war es unserer Gruppe leider nicht bestimmt zu den “Stoanernen Mandln” zu fahren, was dem Ausblick jedoch keinen Abbruch tat.

Micha begleitete nach dem Mittag unseren Freund Steffen, der Höhenangst hat und die Gondel daher nicht nehmen konnte. Der Plan der Beiden im Vorfeld war, mit dem zweiten externen Akku des geliehenen Fokus eMTB die zusätzlichen 1.350 Höhenmeter der Gondel mit dem eMTB zu überwinden. “Plan B” hatte jedoch bereits ein Bike-Shuttle organisiert, dass die beiden etwas unterhalb der Gipfelstation heraus ließ, so dass nur zusätzliche 400 HM auf die Beiden zu kamen. Oben angekommen wechselte Micha dann in die Trail Advanced Gruppe und durfte dann die “Stoanernen Mandln” für uns mit bewundern.

Nach Sarntheim ging es dann über einen kleineren Trail, eine Forststraße und Asphalt voll hinunter. Alles in allem kamen wir auch aufgrund der technischen Defekte dann etwa gegen 17:30 Uhr, 57 km und fast 1.700 Höhenmeter (mit mehr als der Hälfte in Eco gefahren) ganz schön müde im Ziel in Sarntheim an.

Es galt dann Nino in Empfang zu nehmen, Bikes abzugeben, neue Bikes einstellen lassen und ausleihen für den nächsten Tag. Leider hatte ein Hersteller mein für die nächsten 2 Tage gebuchte eMTB in Größe S nun doch nicht mitbringen können, so dass ich noch alle anderen Hersteller abklapperte in der Hoffnung doch noch ein gutes Testbike in S (mit Federweg) für die nächsten beiden Tage zu bekommen. Und wieder war es Husqvarna, die rettend ein Ersatzbike, das Husqvarna Mountain Cross MC 7 in Größe S zur Verfügung stellen sollten.

Recht spät ging es dann mit dem Shuttle zu den Hotels, um zu duschen und sich umzuziehen. Gerade rechtzeitig schafften wir es gegen 19 Uhr zur Abendveranstaltung, bei der wir die Strecke für den nächsten Tag, die Bilder sowie das Video des Tages präsentiert bekamen. Recht spät kamen wir ins Hotel und gingen direkt mit Nino gemeinsam ins Bett.

Kinderprogramm für Nino:

Während wir mit dem eMTB zum nächsten Etappenort fuhren, hatte Maxi für diese Etappe den Besuch in der Tierwelt Rainguthof eingeplant und Nino hatte dort auch ganz arg viel Spaß. Nach dem Besuch bei den Tieren war Nino im Auto eingeschlafen und hatte damit wohl das späte ins Bett gehen super kompensiert ;-). Da wir doch recht spät in Sarntheim ankamen war er mit Maxi noch einige Zeit auf dem angrenzenden Spielplatz, bis wir ihn am Nachmittag top fit und quietsch fidel in Empfang nehmen konnten.

Etappe 2: Sarntheim – Brixen, Donnerstag der 31.05.2018

– 40,80 km und 1.310 Höhenmeter; reine Fahrtzeit: 2:58 h

Auf diese Etappe hatte ich mich im Vorfeld eigentlich am meisten gefreut. Einer meiner ersten Bikeurlaube führte mich auf diese Strecke, wo wir das Schutzhaus Latzfonser Kreuz mit der auf 2.296 Meter liegenden höchsten Europäischen Wallfahrtskirche passieren sollten.

Die Hochebene mit Blick in die Dolomiten hatte sich schon 2007 bei strahlend blauem Himmel mit ihrer Schönheit und Einzigartigkeit in mein Gedächtnis eingebrannt.

Bei strahlendem Wetter brachen wir also auch zur 2. Etappe auf – dieses mal mit dem Bike-Shuttle, um gleich im Anschluss in einen technischen Uphill zu starten. Nach einigen Höhenmetern mussten wir dann zu Fuß einige Schneefelder queren und hatten dabei ebenfalls ziemlich viel Spaß.

Obwohl die Wolken sich zusammen brauten und die Sicht in die Dolomiten daher nicht so wunderschön war, wie ich sie in Erinnerung hatte, faszinierte mich die Hochebene wieder genauso wie vor 11 Jahren. Die Wolken verliehen der Szenerie eine beeindruckende Dramatik.

Die Trails rüber – erst zur Stöffelhütte wo wir Mittag machten und auch weiter rüber zum Schutzhaus Latzfonser Kreuz  – machten mit dem eMTB noch sehr viel mehr Spaß als mit dem MTB.

Ein Traum Tag ging zu Ende als wir am Domplatz in Brixen im Zielbereich ankamen und das schöne Wetter, die Zielverpflegung sowie ein Eis genossen.

Abends wurden wir dann mit Bussen zur…Seilbahn geshuttelt und konnten im …Restaurant ein super Abendessen  zu uns nehmen.

Micha und Nino haben sich an diesem Abend ausgeklingt und haben mit Pizza eine „Männerparty“ im Tal gemacht, da es sonst für Nino zu spät geworden wäre. Das Abendessen war absolut Spitze und als ich gegen 23:15 Uhr wieder im Hotel ankam musste ich noch ganz schnell den Rucksack und das Gepäck für den nächsten Tag packen, denn bei der Abendveranstaltung hatten wir erfahren, dass meine Gruppe am nächsten Morgen schon um 8:15 Uhr mit dem Bike Shuttle starten sollte.

Kinderprogramm für Nino:

Maxi hatte für diesen Tag die Spielplätze um Sarntheim sowie den Besuch im Schwimmbad – der Acquarena in Brixen – geplant gehabt. Da Nino aber auf keinen Fall schwimmen wollte – das macht er nämlich nur mit Mama und Papa hatte er Maxi erklärt – folgte ein langer Besuch auf dem Sarntheimer Spielplatz. Auch im Zielbereich in Brixen mischte Nino das komplette Plan B Team – allen voran Andrea – auf und futterte sich quer durch die Zielverpflegung.

Etappe 3: Brixen – Bruneck, Freitag der 01.06.2018

– 37,55km und 1.356 Höhenmeter; reine Fahrtzeit: 2:15h 

In Brixen hieß es dann ja ziemlich früh für mich aufstehen, da meine Gruppe bereits um 8:15 Uhr die Bikes aufs Shuttle laden sollte. Viel Zeit für ein Frühstück blieb daher nicht und wir waren gespannt, was uns bei der dritten Etappe erwarten würde.

Erneut startete ich mit dem Husqvarna Bike auf einem tollen und anspruchsvollen Uphill Trail – der leider an manchen Stellen von der Nacht noch recht feucht und daher sehr knifflig rutschig war. Trotzdem hatten wir ganz viel Spaß und freuten uns über jede technische Sektion, die wir ohne Absteigen bewältigen konnten. Da wir am heutigen Tag die erste Gruppe waren, die gestartet ist, waren wir auch recht früh schon bei der Rastnerhütte auf 1.930 Meter angekommen

Bergab waren an diesem Tag leider nicht ganz so viele Trails dabei, aber die Aussicht war auch bei dieser Etappe wieder super schön. Ganz am Ende erwischten uns dann doch noch einige Tropfen aber alles in allem kamen wir im Vergleich zum Rest doch noch recht trocken ins Ziel 😉

Auch die Genussradler – Gruppe hatte Ihren Spaß und machte IhremNamen alle Ehre wie man mir hinterher erzählt hat.

Abends musste dann die Veranstaltung von der Brunecker Burg in den Gemeindesaal verlegt werden, da ein Gewitter den Innenhof durchnässt hatte. Die Wettervorhersage für die morgige letzte Etappe sagte außerdem nichts gutes Voraus. Zwischen 14 und 15 Uhr waren für den kommenden Tag Gewitter vorhergesagt, so dass die Nervosität bei einigen Teilnehmern schon am Vorabend deutlich zu spüren war. Auch ich fühlte mich gar nicht wohl dabei als letzte Gruppe erst um 11 Uhr mit dem Shuttle auf den Berg starten zu müssen, auch wenn die morgige Etappe um etwa 10km gekürzt worden war. Ziemlich müde ging es anschließend wieder gegen 22:30 Uhr ins Hotel, wo noch die Koffer für den nächsten Tag gepackt werden mussten.

Kinderprogramm für Nino:

Am heutigen Tag war Nino ganz aufgeregt weil er mit Maxi die Minigolfanlage in Terenten besuchen sollte. Leider schlief Nino wie fast jeden Tag auf dem Transfer im Auto ein und war 2 h nicht wach zu bekommen, so dass er auch diesen Programmpunkt einfach verschlafen hat. Gar nicht traurig spielte er dafür später am Tag am Brunnen und hatte ganz arg viel Spaß. Man sieht wiedermal Kinder können sich überall vergnügen und es tut überhaupt keinen Abbruch wenn ein Programmpunkt einfach mal weg fällt 😉

Etappe 4: Bruneck – Sexten, Samstag der 02.06.2018

– 45,48 km und 1.229 Höhenmeter; reine Fahrtzeit: 2:46 h

Zur letzten Etappe startete Micha mit der Trail Advanced Gruppe als erste Gruppe, so dass Nino und ich genüsslich frühstückten bis und das Shuttel gegen 10 Uhr am Hotel abholen sollte. Richtig angespannt saß ich auf mein Testrad dem Focus 27,5″ SAM² PRO 8G als wir die Bikes gegen 11:30 vom Shuttle abluden und ich die dunklen Wolken sah. Nach kurzer Zeit begann es bereits etwas zu regnen – von einem richtigen Wolkenbruch blieben wir jedoch verschont. Auch das Donnergrollen das uns bergauf begleitete sorgte bei mir für eine deutlich angespannte Laune.

Unsere super Guides Moritz und Wolly versprachen, wir werden rechtzeitig die Mittagshütte erreichen und sie sollten recht behalten. Oben angekommen erfuhren wir, dass es oben sturzbachartig geregnet und gehagelt hatte – so dass wir doch noch richtig Glück hatten- später dran gewesen zu sein.

Obwohl die Sicht nicht wirklich gut war, waren die Berge vor allem auch mit den Wolken beeindruckend.  Nach dem Mittagessen hörte es auf zu regnen und wir folgten einem spaßigen Trail nach unten. Es wurde sogar wieder wärmer und die Sonne versuchte sich durchzukämpfen womit sie uns einen schönen Blick auf die 3 Zinnen erlaubte und alle Sorgen vom Vormittag waren verschwunden.

Als es wieder dunkler wurde merkte man der ganzen Gruppe an, dass es uns nun jedoch einfach nur noch ins Ziel zog. Die letzten richtig steilen Höhenmeter Richtung Sexten schalteten daher alle auf Turbo bzw. Boost und es wurde Gas gegeben ohne Ende. Mit meinem leichten Gewicht und der restlichen Wadenpower war ich da wohl deutlich im Vorteil und zog das Tempo nochmal ordentlich an ;-).

Trotz des Boost bzw. Turbomodus kamen wir bei den steilen Rampen aufgrund des Tempos ordentlich ins Schwitzen und man hörte den ein oder anderen dann auch noch richtig „schnaufen“ bis es auf dem letzten kleinen Trail Richtung Sexten ging. Kurz vor dem Ziel wurden wir dann aber doch noch etwas nass aber das tat der Freude, dass wir es alle sicher über die 4 Etappen geschafft hatten keinen Abbruch.

Im Zielbereich genossen wir erstmal wieder Schokokuchen und andere Spezialitäten bevor wir uns ins Hotel zum Duschen aufmachten. Eine Stunde später sollte es bereits wieder mit Shuttle und Seilbahn zur Abschlussveranstaltung ins Helmrestaurant mit herrlichem Blick auf die Berge gehen. Bei leckerem Essen ließen wir die letzten Tage Revue passieren und tauschten Kontaktadressen und Fotos aus. Was bleibt sind die schönen Erinnerungen von einem unvergesslichen aber aufgrund des straffen Zeitplans auch ein wenig anstrengendem Erlebnis.

Kinderprogramm für Nino:

Schon am Morgen freute sich Nino riesig, dass es in die Kinderwelt Olang gehen sollte. Dort stellte er sich aber wohl ein riesigen Indoor Spielplatz vor und war dann ganz überrascht, dass es sich um einen Outdoor Park für Kinder handelte, der Bewegung und Spiel im Freien ermöglichen sollte. Als er eine ganze Zeit dann dort gespielt hatte ging es auch für ihn im Auto von Maxi wieder weiter nach Sexten zum letzten Etappenort, wo ihn Micha – der an diesem Tag als erstes gestartet ist auch schon gegen 15 Uhr schlafend wieder in Empfang nahm.

 

Rückreise, Sonntag den 03.06.2018

Für die Rückreise hatten wir wie nahezu alle anderen Teilnehmer auch Plätze im Shuttlebus reserviert, der uns um etwa 9:30 Uhr am Sonntagmorgen am Hotel einsammelte und nach einem zwangsweisen Zwischenstopp (der Busfahrer hatte seine maximale Fahrzeit überschritten)in der Brauerei Forst, gegen 13:30 Uhr dann auch in Naturns wieder zurück zu unseren Autos brachte.

Meine Testbikes während der Shimano eMTB Experience Tour:

Auf die technischen Details der eMTBs brauche ich aus meiner Sicht nicht wirklich eingehen, da ihr diese bereits auf den Herstellerseiten und in Testberichten von professionellen Magazinen nachlesen könnt. Was ich Euch aber mitteilen kann ist mein subjektiver Eindruck als leichte Fahrerin und die Probleme mit denen ich zu kämpfen hatte bzw. was ich besonders gut fand.

Merida eOne-Sixty 900 / Größe S / Prolog und Etappe 1

Das Merida eOne Sixty 900 gefällt mir optisch erstmal wirklich sehr sehr gut. Mit der kompakten Geometrie kam ich aus meiner Sicht auch fast am besten klar in dieser Woche. Toll eingestellt war auch der Shimano Antrieb, der ordentlich bergauf schob und der Trail sowie Boost Modus waren nicht zu stark für mein leichtes Fahrergewicht eingestellt. Im Uphill hatte ich daher mit dem Merida keinerlei Probleme. Auch im Downhill machte das Merida eine gute Figur. Für mein leichtes Gewicht hätten die Federelemente jedoch etwas “fluffiger” arbeiten können. Auch bin ich inzwischen kein Freund mehr von 2,8 breiten Reifen.  Diese habe ich bei meinem eigenen eMTB bereits gewechselt, da sie schwammig im tiefen Schotter oder im Matsch sind und auch die Kurvenlange nicht mein Fall ist. Bissigere Bremsen wären außerdem schön gewesen. Das sind aber Kleinigkeiten, die man sehr schnell beheben oder anpassen kann. Bei einem kleineren Drop ist mir zweimal der Shimano Antrieb einfach ganz ausgegangen und ich musste lernen, dass man ihn während des Fahrens auch nicht mehr anstellen kann. Versucht man während des Fahrens kurz wieder anzuschalten, provoziert man die Fehlermeldung W0 13 und nichts geht mehr. Also anhalten, Fuß von den Pedalen nehmen, anschalten und alles geht wieder. Das mir das passiert ist kann an einem nicht ganz richtig eingesetzen Akku gelegen haben. In den Folgetagen hatte ich das bei keinem der Shimano eMTBs nochmal.

Das Merida ist für mich ein potentes eMTB, das hoch wie runter Trails liebt, auch für kleinere Personen eine gute Geometrie aufweist und mich 2 Tage sehr fein begleitet hat.

Husqvarna Mountain Cross MC 7 / Etappe 2 und 3

Das Husqvarna Mountain Cross MC 7 ist ja ganz nagelneu und frisch auf den Markt geprescht. Tatsächlich hatte ich ursprünglich das Bike im Vorfeld nicht reserviert, da ich gerne einfach mehr als 140mm Federweg fahren wollte. Es war also wohl Schicksal, dass das von mir für 2 Tage reservierte eMTB eines anderen Herstellers nicht lieferbar war und Husqvarna hier souverän einsprang. Das Husqvarna Bike in Größe S sorgte für einen aufrechteren Sitz und als wir nochmals das Fahrwerk auf mich abgestimmt haben, kam ich jeden Berg sehr gut hoch und runter.  Ich fühlte mich sehr sicher – würde auch hier jedoch auf schmälere Reifen gehen und mir künftig für S3 Passagen noch mehr Federweg wünschen.

Auch noch bissigere Bremsen wären schön gewesen. Einige Teilnehmer stellten nach der Mittagspause ein Klackern fest, das jedoch durch den internen Wechselakku hervorgerufen wurde, der bei den Testrädern noch keine Polsterung besitzt. Mir wurde vom Husqvarna Team glaubhaft versichert, dass bei den verkauften Bikes bereits eine interne Lösung gefunden wurde,  um das Klackern des internen Akkus zu beheben. Wer sich hier zurück erinnert – auch bei meinem eMTB Modell vom Jahr 2017 hatte ich anfänglich mit dem Klappern des Bosch Akkus zu tun und mit Panzertape bzw. einem Stück Schlauch musste ich das dann beheben.

Das Husqvarna Mountain Cross MC 7 ist für mich ein spannendes, agiles All Mountain eMTB für Biker / Tourenfahrer, denen 140mm Federweg ausreichen und das eMTB kann es aus meiner Sicht mit den anderen Herstellern auf alle Fälle sehr gut aufnehmen.

Das komplette Husqvarna Team gehörte für mich zu einem der hilfsbereitesten Teams der ganzen Veranstaltung. Ein Team das mitdenkt und auch genügend Bikes in kleinen Größen als Ersatz mitgenommen hat. Zweimal haben sie mich und Anja “gerettet” mit Ersatzbikes, die wir nicht gebucht hatten, weshalb ich total dankbar bin und ein großes Lob in Eure Richtung aussprechen muss!

Focus 27,5″ SAM² PRO 8G / Größe 42S / Etappe 4

Mike Kluge hatte uns ja bereits 2 Tage auf der Tour begleitet und mit ganz viel Spaß und MacGyver Qualität den ein oder anderen technischen Defekt behoben. Ich freute mich auf den letzten Tag, an dem ich das Focus 27,5″ SAM² PRO 8G reserviert hatte. Bergab war das Bike mit 170mm Federweg eine absolute Granate und jagte sicher aber auch verspielt über jedes Hindernis. – Hallo Fox Fahrwerk – ich liebe es einfach, da ich aus meiner Erfahrung heraus damit noch nie Probleme beim Abstimmen auf mein leichtes Fahrergewicht hatte. Auf nassen Trails kam ich mit dem “fluffig” eingestellten Fahrwerk und den schmäleren 2,5 breiten Reifen bestens klar und düste regelrecht auch außerhalb meiner Komortzone über die Trails.

Nur bergauf wurden wir zu Beginn der Tour überhaupt keine Freunde. Das lag aber nicht an der Geometrie oder ähnlichem, wie wir hinterher feststellten, sondern dass der Boost Modus zu stark und der Trail-Modus zu wenig – für mein Gewicht eingestellt war. In einer steilen Uphillpassage katapultierte mich das Focus im Boost-Modus regelrecht aus dem Sattel und verlieh mir am Ende der 4 Tage doch noch einen üblen blauen Pferdekuss am rechten Oberschenkel. Hätte ich das Merida mit dem Shimano Motor nicht vorher getestet und wäre damit gut klar gekommen, hätte ich die Ursache beim Shimano Antrieb gesucht. So wusste ich bereits, dass man die Unterstützungsstufen beim Shimano Antrieb über eine App anpassen kann. Den Eco Modus kann man zwar nicht verändern, jedoch der Trail und der Boost Modus kann über die App in jeweils 3 unterschiedlichen Stufen eingestellt werden.

Ich bin mir also sicher, wenn wir den Boost und Trailmodus im Vorfeld auf mein Fahrergewicht angepasst hätten, hätte mich das Focus auch bergauf absolut überzeugen können. Schön war auch den zweiten Wechselakku gleich mit dabei zu haben, der uns am Ende dann ermöglicht hat, alles voll nach Sexten im Boost Modus fahren zu können.

Also alles in Allgemein tolles Bike das ich unbedingt bergauf irgendwann nochmal mit modifizierten Modi testen muss.

Ghost Hybride Slamr SX7.7+ LC / Größe S

Das Ghost Hybride Slamr war eigentlich das eMTB auf das ich am meisten gespannt war. Leider war es in Größe S doch nicht lieferbar, weshalb ich es während der Shimano eMTB Experience Tour nicht testen konnte. Micha hat das Bike aber 2 Tage gefahren und war völlig begeistert. Er meinte, es fahre sich vor allem bergab fast wie ein normales MTB und jagte gemeinsam mit Tobias Woggon, und Jose Hermida in der Advanced Truppe über die Trails. Er war völlig begeistert welches Potential in dem von Ghost neu entwickeltem eMTB steckt. Vor allem, dass vorne 29 Zoll und hinten 27,5 Zoll plus Laufräder gefahren werden, verleiht wohl dem eMTB absolute Laufruhe. Die schmaleren Vorderreifen verliehen anscheinend Stabilität, vor allem bei schnellen Passagen und hinten spielt das Ghost Slamr die Vorteile der Plusbereifung aus.

Krauti von Ghost hat mir versprochen, dass ich das eMTB anschließend im Bikeurlaub noch testen kann, was ich echt super fand.

Fazit:

Es war eine tolle Erfahrung mit dem eMTB quer durch Südtirol zu fahren auf tollen Trails bergauf und bergab die schöne Bergwelt zu genießen. Micha und ich sind seit Nino geboren ist nicht mehr so viel am Stück auf dem (E) Bike gesessen wie in den 5 Tagen der Shimano eMTB Experience Tour und wir waren super happy, dass Nino so viel Spaß in der Kinderbetreuung hatte. Dass es ein Familienpaket gibt ist also eine wirklich feine Sache, auch wenn sich dieses im gehobenen Preissegment befindet.

Als Familie verbindet ein eMTB schon alleine aus dem Grund weil es Leistungsunterschiede ausgleicht. So war z.B. Moritz mit seinen 13 Jahren der jüngste Teilnehmer und nahm mit seinem Papa an der kompletten Tour teil.

Die unterschiedlichen Leistungsgruppen und Unterstützungsstufen ermöglichten außerdem z.B. Paaren oder Freunden an dem Event teilzunehmen – jeder in der für ihn passenden Gruppe – ohne den Einzelnen zu über- oder unterfordern.

Dass sich der Fahrspaß mit einem eMTB verdoppelt weil nun auch steile technische Passagen bergauf möglich sind und es sich bergab fast wie ein normales MTB fährt ist und bleibt einfach eine geniale Sache! Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht auch die Gruppendynamik zu erleben. Richtig schön war während der 4 Tage das Zusammenwachsen der einzelnen Teilnehmer als Gruppe und das entstehende Gemeinschaftsgefühl über viele Nationen hinweg. Obwohl wir eine recht große Gruppe mit um die 17 bis 22 Mann plus ich als einzige Frau waren, kamen wir dank unserer tollen Guides Moritz und Walter (Wolly)  absolut homogen über die Trails und hatten ganz ganz viel Spaß. Nach den Tagen sind wir also richtig zusammengewachsen und wir hatten auch mit anderen Nationen super viel Spaß uns trotz Sprachbarriere mit Händen und Füßen zu unterhalten und gemeinsam die Trails zu rocken.

Irgendwie war es also fast wie ein Flashback in unsere vergangene “Etappenrennen-Zeit” und doch kombiniert mit etwas Neuem – dem E-Mountainbiken ohne Zeit-Transponder. Schön fanden wir, dass der Start- und Zielbereich mit Sprecher und Aussteller in altbewährter Tradition ein gewisses Feeling vermittelt. Neu war hierbei eigentlich nur, dass es dieses Mal kein Rennen sein, sondern vielmehr der Genuss und Spaß sowie das „Trailsurfen” im Vordergrund stehen sollte.

Die Tour war streckenmäßig sehr vielfältig, es gab sehr anspruchsvolle Trails, aber auch Streckenabschnitte, die landschaftlich und mit spannenden Uphillpassagen absolut glänzten. Ich persönlich finde es immer super, wenn ich eine tolle anspruchsvolle und landschaftlich reizvolle Tour fahren kann, ohne ständig auf mein GPS-Gerät schauen zu müssen, indem ich einfach zwei erfahrenen Guides folge. Wenn dann auch noch vom Mittagessen, bis zum Nachladen bzw. Wechselakkus alles organisiert wird, ist das schon eine tolle Sache.

Außerdem war es schon auch super, dass wir jeden Tag die neuesten E-Mountainbikes unterschiedlichster Hersteller testen konnten und so schnell merkten, welches der E-Mountainbikes am besten im Uphill wie im Downhill zu einem persönlich passen.  Mit dem eMTB eröffnen sich einfach noch viel mehr Möglichkeiten. Es verdoppelt sich quasi der Fahrspaß – da man jetzt hoch wie runter knifflige Passagen meistern kann und das ist genau das was es für mich so reizvoll macht. Und wer glaubt, dass 4 Tage mit dem E-Mountainbike über die Alpen nicht anstrengend sind, der täuscht sich da gewaltig.

Trotzdem gibt es aus meiner Sicht auch noch etwas Verbesserungspotential, um noch mehr das Urlaubsfeeling hervor zu heben.

Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, dass insgesamt weniger oder gar nicht geshuttelt werden muss, zumindest nicht mit den Bikes. Genial wäre es, wenn man zumindest die Bike-Shuttel Zeiten deutlich reduzieren oder sogar wegfallen lassen könnte und die Strecke so wählt, dass auch morgens im Etappenort (ggf. bereits mit einem Wechselakku im Gepäck, falls die Strecke dadurch länger würde) bis spätestens 9:30 Uhr gestartet werden könnte. Auch wäre es schön direkt im Etappenort fußläufig wohnen zu können, das würde auch die Shuttlerei und den Aufwand der damit verbunden ist deutlich reduzieren.

Erreichen könnte man das eventuell, indem alle Hersteller anstatt mittags in der Pause die Akkus zu laden, einen kompletten Wechsel der Akkus durchführen, wie es bereits einige der Hersteller (z.B. Ghost und Husqvarna) dieses Jahr schon gemacht haben. Damit könnte man auch entspannt die Unterstützungsstufen wählen, ohne Angst haben zu müssen der Akku reicht nicht.

Ich bräuchte auch nicht jeden Abend eine lange Abendveranstaltung, sondern würde mich auch freuen, einfach abends mal in Ruhe mit ein paar Freunden oder Teilnehmern eine Pizza essen zu gehen, aber das ist vermutlich bei der Vielzahl der Teilnehmer logistisch kaum möglich und das kann ja jeder selbst entscheiden, ob er sich abends vom offiziellen Programm ausklinkt.

Die drei ausgezeichneten Gruppen: Genuss, Einsteiger und Ambitioniert würde ich wie von den Guides auch bereits gemacht offiziell in Genuss, Trail und Ambitioniert umbenennen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich mich selbst in ambitioniert und nicht als Einsteiger eingeordnet hätte – die Trails in der Einsteiger Gruppe –  zumindest am ersten Tag aber S2 und S3 Qualität hatten.

Insgesamt kann ich nur sagen war es ein tolles Abenteuer mit ganz viel Spaß und neuen Menschen, die wir kennen gelernt haben und wir sind mega dankbar, dass wir diese Wahnsinns Erfahrung machen durften! Ganz toll war es auch mit meinen Blogger Kollegen Matthias von http://www.gps-radler.de  und Oli von https://ridee.bike in einer Gruppe unterwegs zu sein!

Sobald ich in den kommenden Wochen Zeit finde, werde ich voraussichtlich einzelne Videos auf meinem YouTube Kanal zu den einzelnen Etappen veröffentlichen. Also wenn Ihr weiterhin alle Neuigkeiten aus erster Hand haben möchtet freue ich mich, wenn Ihr Euch für meinen Newsletter anmeldet und mir auf meinen Social Media Kanälen auch auf YouTube folgt.

Liebe Grüße an Euch und bis bald, Jani!

 

i Vielen Dank an dieser Stelle noch an Plan B für eine tolle Organisation und dass Ihr mir die Teilnahme als Pressereise für Recherche Zwecke ermöglicht habt. Natürlich hat dies keinerlei Einfluss auf meine journalistische Freiheit. Meine journalistische Freiheit bleibt von jedweder Art der Kooperation, Unterstützung, Einladung usw. unberührt, weshalb ich sowohl positive als auch negative Aspekte aufzeige. Auch lasse ich mir im Vorfeld keinerlei Vorgaben machen, ob und wie ich berichte. Aus diesem Grund bin ich Mitglied im Wriders`Club und halte mich an den vorgegebenen Blogger Kodex.

Vielen Dank auch an den Fotograf Harald Wisthaler, der einige der offiziellen Bilder zur Verfügung gestellt hat. 

 

 

1 thought on “Shimano E-Mountainbike Experience Tour – Erfahrungsbericht einer Bikefamilie

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