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Rollentrainer Elite Drivo II und Elite Direto auch für Mountainbikes – Vergleichstest

Wir haben die Rollentrainer von Elite Drivo II und Direto für Euch getestet und miteinander verglichen.

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Viele von Euch werden sicher – wie ich – über den Winter weiter draußen mit dem Mountainbike oder dem E-Mountainbike unterwegs sein, trotzdem finde ich das Training auf der Rolle ergänzt und optimiert die Trainingsphase im Winter – vor allem bei Kälte und dem in Deutschland oftmals vorhandenen “Schmuddelwetter”.

Im Januar 2018 habe ich bereits einen Artikel zum Thema Indoor Training mit Rollentrainer in Verbindung mit Zwift im Winter geschrieben und habe hierzu wirklich viele Reaktionen und Nachfragen bekommen.

Zum Beispiel wurde mir immer wieder die Frage gestellt, ob ein Rollentrainer denn auch mit einem Mountainbike zu fahren ist?

Darum habe ich mich entschieden einen etwas ausführlicheren Blogbeitrag zu diesem Thema zu verfassen und Euch etwas genauer zu zeigen, was es für viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten eines Indoor Trainers gibt.

Außerdem berichte ich Euch heute über unseren Vergleichstest, den wir mit den Rollentrainern Elite Rampa, Elite Drivo II und Elite Direto in den letzten Monaten durchgeführt haben.

Also kommt mit auf die Reise des Indoor Training 2.0…

Unser Weg zum Indoor Training 2.0

Früher war Rolle fahren noch etwas für diejenigen, die sehr streng nach Trainingsplan trainiert haben und auch bei widrigen Wetterbedingungen ihr Trainingspensum abspulen wollten, zur Not auch mal über mehrere Stunden auf der Rolle.

Als ich Micha 2010 kennen gelernt habe, hat er im Winter, wenn lange Grundlagen Einheiten wetterbedingt nicht möglich waren, auch mal 4 h auf der Rolle verbracht und nebenher TV geschaut. Trotzdem hat er das Rollentraining immer als etwas langweiliges, zähes und für den Kopf extrem anstrengendes Training erachtet, bei dem die Abwechslung in der Natur und der Wind um die Nase fehlt.

In unserer Marathonzeit war das Rollentraining auch für mich eher ein zähes Pflichtprogramm, um die notwendige Grundlage im Winter aufzubauen und gut in die kommende Saison zu starten. Nach der Geburt von Nino trainierten wir dann kaum mehr nach Trainingsplan und auch Micha ist im Winter lieber auf Krafttraining ausgewichen. Wenn überhaupt quälten wir uns in dieser Zeit dann mal eine halbe Stunde auf die Rolle, bis wir dann vor Langeweile und Unlust wieder abgestiegen sind.

2017 hat dann ein guter Freund zu Micha gesagt, er müsse unbedingt mal Zwift ausprobieren, dann hätte er auch wieder Lust auf Rolle fahren. Den Hinweis auf Zwift hatte er dann im ersten Moment mal als Spielerei für die jüngere Generation abgetan und nicht als ernsthafte Beschäftigung gesehen. Allerdings packte ihn die Neugier dann doch, so dass er im November 2017 ein Zwift Probeabo buchte und das mit seiner alten eingestaubten Elite Chrono Rolle ausprobierte.

Und was war die Folge davon?

Micha fuhr in nur einem Monat 1.200 km auf Zwift und schenkte sich in Folge zu Weihnachten einen Smart Trainer – die Elite Rampa –  um das volle Potential von Zwift auszuschöpfen. Die Indoor Trainingszeit auf der Rolle war plötzlich wieder entbrannt.

Als nächstes infizierte der Zwift Virus auch unseren kleinen Nino und mich. Wie das in den Anfängen ausgesehen hat, habe ich ja schon mal in einem Video vorgestellt und das könnt Ihr Euch hier nochmals ansehen:

Und zu guter letzt habe dann auch ich Spaß an Zwift gefunden und trainiere im Winter vor allem unter der Woche ab und zu mal dort. Mir ist das sehr viel lieber als ins Fitness-Studio fahren zu müssen, oder ständig das Bike nach einer Matsch- Ausfahrt zu putzen.

Schöne neue Welt … aber wie geht das denn jetzt?

Schön und gut mag sich jetzt der ein oder andere denken, aber das wird gar nicht so einfach sein. Ist es doch! Zumindest wenn man weiß wie 😉

In diesem Beitrag gebe ich Euch also einfach mal einen groben Überblick, was für Möglichkeiten es alles gibt und mit welcher “Hardware” bzw. Rollentrainern man “Indoor-Cycling” machen kann, erläutere einige grundlegende Begriffe und stelle die gängigsten Programme wie z.B. Zwift vor.

Netterweise hat uns Elite mit dem Direto und Drivo II zwei der aktuellsten Smart Trainer zum Vergleichstest zur Verfügung gestellt, die ich auch noch detaillierter vorstellen und vor allem auch im Hinblick auf die verschiedenen Anwendungszwecke beleuchten werde. Vor allem spannend ist die Möglichkeit relativ einfach auch Mountainbikes auf beiden Rollentrainern einspannen zu können.

Keep rollin’ – aber welcher Rollentrainer eignet sich am besten?

Freie Rolle

Als Micha vor knapp 20 Jahren im Radverein war und Jugend- und Juniorenrennen gefahren ist, gab es fast nur eine Art der Rolle: die freie Rolle!

Sie ist die Mutter aller Rollen und heute vor allem noch im Profisport vor Rennen beim Warmfahren gern gesehen. Vorteil ist man kann das Rad wie es ist einfach draufstellen und los geht’s. Obwohl es mittlerweile auch schon Modelle mit Widerstandsänderung gibt, spielt die freie Rolle eine eher untergeordnete Rolle im Zirkus der interaktiven Rollen.

Klassische Rollentrainer

Beim klassischen Rollentrainer wird das Hinterrad in einen Rahmen eingespannt und ist somit fixiert, man nennt dies auch “Wheel on” Prinzip. Der Widerstand wird entweder per Magnetfeld (Wirbelstrombremse) oder per Fluid (Öl durch Turbine) hergestellt. Vorteil der Wirbelstrombremse ist der einstellbare Widerstand.

Wir hatten schon Rollen mit beiden Prinzipien, fanden dabei die Fluidbremsen immer angenehmer im Fahrgefühl, allerdings war der einstellbare Widerstand besser für gezieltes Intervalltraining.

Zusammenfassend einige Vor- und Nachteile von klassischen Trainern zum Einspannen:

+ günstig
+ Einfach in der Handhabung
+ Kann problemlos mit unterschiedlichen Rädern genutzt werden

– ggf. laut- je nach Reifenprofil
– Reifenabrieb (teure Straßereifen können auf einer Rolle schnell abgenutzt werden)
– Reifen kann manchmal “Schlupf” haben bei starker spontaner Kraftentfaltung im Sprint und durchdrehen
– Glatter Reifen notwendig (bedeutet bei MTB eigenes Laufrad am besten mit speziellem Rollenreifen)
– etwas ungenauer in der Leistungsmessung bzw. Genauigkeit stark abhängig von gleichbleibenden Bedingungen (Luftdruck, Einstellung der Rolle)

Direct Trainer

Direct Trainer sind in den letzten Jahren stark im Kommen. Bei diesem Prinzip wird kein Hinterrad benötigt und es ist ein extra Zahnkranz bereits direkt auf der Rolle montiert. Neben der meist sehr hohen Genauigkeit der Leistungsmessung und der geringeren Geräuschkulisse ist dieses Prinzip vor allem für reine MTB Fahrer sehr interessant, da kein zusätzliches Laufrad mit speziellem “Rollenreifen” benötigt wird.

Schwierig wird es erst dann, wenn mehrere Räder mit verschiedenen Schaltungen genutzt werden sollen, z.B. eines mit 10-fach und das andere mit 11-fach. Dies würde jedesmal einen Tausch des Zahnkranzes mit sich bringen, was nicht sehr komfortabel ist.

Die Vor- und Nachteile von Direct Trainer:

+ Leise
+ Kein Reifenabrieb
+ Realistischeres Fahrgefühl
+ Genauer in der Leistungsmessung, seltenes Kalibrieren notwendig
+ Höhere Wattwerte möglich bzw. höhere Steigungen können simuliert werden

– Verschiedene Räder können ohne viel Aufwand nur genutzt werden, wenn gleiche Ritzel verwendet werden können
– Teurer als klassische Rollentrainer mit Wheel-on Prinzip

Bist du noch smart oder schon interaktiv?

Im Prinzip kann jede der bisher beschriebenen Rollen auch ein Smart Trainer sein. Das Einzige was sie dazu benötigen ist die Leistung zu erfassen und diese z.B. per Bluetooth oder ANT+ an ein Smartphone zu senden, so dass diese Daten weiterverarbeitet und auf einem Bildschirm wiedergegeben werden können.

Dieses Feature ermöglicht es virtuelle Trainingsprogramm wie z.B. Zwift sinnvoll zu nutzen. Was genau Zwift ist und welche Möglichkeiten es mit verschiedenen Rollen bietet erläutere ich später noch.

Kleine Side-Info: Michas erster beinahe Smart Trainer war ein Elite Chrono Wireless, welcher ein separates Display mit Anzeige von Leistung, Geschwindigkeit usw. hatte. Vor 10 Jahren war das ein echtes “Hammer Feature”.

Was uns aber später wirklich zur Begeisterung bringen sollte, war der Klappmechanismus, der eigentlich nur eine platzsparende Aufbewahrung bieten sollte, jedoch auch das Einspannen von Ninos 14″ Woom Bike vor 2 Jahren möglich machte und er somit schon mal selbst mit etwa 4 Jahren die ersten “Schnupperkilometer” auf Zwift abspulen konnte 😉

Interaktive Trainer

Für die Generation Zwift sind also diese interaktiven Trainer das Mittel der Wahl. Hiermit ist es möglich virtuelle Fahrten über Trainingsprogramm wie z.B. Zwift zu machen und eine genaue Simulation des Geländes der virtuellen Welt zu genießen.

Im Gegensatz zum einfachen Smart Trainer werden also nicht nur Daten wie z.B. die Leistung gesendet, sondern es werden auch Daten wie z.B. die Steigung empfangen und diese in einen bestimmten Rollen-Widerstand übersetzt.

Das bedeutet also wenn es z.B. auf dem Fernseher innerhalb Eures Trainingsprogramms einen Berg hinauf geht, erhöht sich auch der Widerstand des interaktiven Rollentrainers. So bekommt man ein sehr realistisches Fahrerlebnis. Der Spaßfaktor erhöht sich damit natürlich enorm, da man plötzlich – wie draußen auch – bergab und bergauf Fahrten simulieren kann.

Auch Micha hat bis vor knapp 2 Jahren nicht gedacht so etwas jemals zu brauchen. Naja das Ergebnis ist bekannt, nach 4 Wochen Zwift testen stand die Elite Rampa bei uns zu Hause und er hat seither ca. 5.000 Rollenkilometer darauf abgespult.

Elite Drivo II versus Elite Direto versus Elite Rampa – Vergleichstest

Wenn man die drei Modelle von Elite Drivo II, Elite Direto und Elite Rampa auf deren offiziellen Homepage elite-it.com/de und im praktischen Test vergleicht, sind die hauptsächlichen Unterschiede der Rollen (abgesehen vom unterschiedlichen Prinzip Wheel-on vs. Direct und dem Gewicht) vor allem die drei zuletzt aufgeführten Merkmale: Leistung, Genauigkeit und simulierte Steigung.

Vergleich Datenblätter Rollentrainer
Quelle: https://www.elite-it.com/de

Elite Rampa

Wie gesagt ist unsere Entscheidung bei der Erstanschaffung auf die Elite Rampa gefallen. Mit mittlerweile ca. 5.000 km hat unsere Rolle schon einiges hinter sich und hat auch immer bestens funktioniert.

Vor allem Micha, der etwas ambitionierter trainiert als ich, hat die Rampa jedoch recht schnell an ihre Grenzen gebracht. Angefangen hat es bei der simulierten Steigung. In Zwift gibt es mehrere Steigungen mit über 10%, die von der Rampa – da sie eine maximale Steigung von 10% darstellen kann – nicht mehr simuliert werden können. Das ist zugegebenermaßen zwar nur ein kleiner Punkt, aber für ein perfektes Fahrerlebnis bei Zwift reichte es Micha einfach nicht ganz aus.

Schwerer wog jedoch, dass Micha gerne Intervalltraining macht und dabei auch Sprints einbaut. Seitdem er mit Wattmessung auch draußen auf dem Rennrad trainiert weiß er, dass seine maximale Leistung im Sprint bei ca. 1.400 Watt liegt. Sein Leistungswert liegt also deutlich über dem maximalen Wert von 1.150 w, den die Elite Rampa darstellen kann.

Vor allem bei spontaner Kraftentfaltung hat das Prinzip des klassischen Trainiers (Wheel-on) Nachteile, da der Reifen des eingespannten Hinterrads unweigerlich bei starken Sprints ab und zu “Schlupf” hat, also bei intensiver Krafteinwirkung etwas durchdreht. Wobei dies bei der Rampa sehr selten passiert ist, aufgrund des sehr guten Grips der “Elastogel” Rolle auf der der Reifen aufliegt.

Wheel-on Prinzip: Fahrradreifen auf Rollentrainer Rolle (Elite: Elastogel)

Ein weiterer Minuspunkt ist die Genauigkeit der Leistungsmessung von +/- 5 %. Im ersten Moment hört sich das wenig an und ist für die reine Nutzung von Zwift und einigermaßem genauen Training auch nicht entscheidend.

Für Micha war es dann aber spätestens seit der Anschaffung einer Wattmessung am Straßenrad doch entscheidend, da die Werte von Rolle und Straßenrad übereinstimmen sollten, da er sehr gezielt danach trainiert. Die +/- 5 % Genauigkeit konnten auf jeden Fall erreicht werden, allerdings ist hier wirklich eine regelmäßige Kalibrierung notwendig, um absolut sicher zu gehen.

Micha hat daher mindestens einmal pro Woche eine Kalibrierung durchgeführt, doch es konnte auch mal sein, dass am Ende der Woche die Abweichung bei 10% – 15% lag, da hier wie gesagt viele Einflussfaktoren und vor allem der Luftdruck in den Reifen eine entscheidende Rolle spielen.

Obwohl wir also grundsäzlich sehr zufrieden mit der Elite Rampa waren, waren wir doch sehr gespannt wieviel mehr die Elite Direto und das Topmodell Elite Drivo II können.

Elite Drivo II und Elite Direto

Rein vom Datenblatt stechen hier natürlich direkt die Genauigkeitswerte ins Auge, bereits +/- 2% bei der Elite Direto sind ein Topwert und die +/- 0,5 % der Drivo II sind ein echtes Wort.

Wir wollten also vor allem die höheren und genaueren Werte Testen und herausfinden, wie sich alle drei Rollen zueinander im Fahrgefühl unterscheiden. Die simulierten Steigungswerte sind mit 14% bei der Elite Direto völlig ausreichend (mehr Steigungs % gibt es bei Zwift bisher z.B. gar nicht) und auch der maximale Leistungswert von bis zu 2.300 Watt dürfte nur interessant sein, wenn man entweder Robert Förstemann heißt oder zumindest mal ähnliche Oberschenkel hat, was auf die wenigsten von uns zutreffen sollte 😉

Installation / Aufbau

Zunächst ging es also mal an den Aufbau der beiden Rollentrainer, der sehr ähnlich funktioniert und je in einer knappen halben Stunde locker machbar ist.

Elite Drivo II, Elite Direto
Verpackung der Drivo II ist etwas größer

Der Aufbau der Rollen bis hin zur ersten Fahrt geht recht schnell und ist in den Anleitungen gut beschrieben.

Elite Drivo II
Verpackungsinhalt der Drivo II

Im Prinzip beschränkt sich der erste Schritt des Zusammenbaus hauptsächlich darauf, dass die Standfüße montiert und in der Höhe ausgerichtet werden müssen.

Drivo II komplett montiert

Anschließend muss natürlich noch ein Zahnkranz montiert werden und je nachdem welchen Achsstandard man besitzt, kann hier auch noch ein Adapter notwendig sein.

Sowohl die Elite Drivo II als auch die Elite Direto sind ab Werk mit einem Freilauf ausgerüstet, der mit 9-/10-/11-/12-fach Zahnkränzen bestückt werden kann, so lange das kleinste Ritzel 11-Zähne hat. Einen XD-Freilauf für SRAM 10 – 42 Zahnkränze gibt es nicht, wir haben hier einfach einen SRAM 11 – 42 Zahnkranz montiert.

Bereits im Standardumfang sind Adapter für die beiden gängigsten Achsstandards enthalten, also Schnellspanner (5 mm Achse) und Steckachse mit 142 x 12mm.

Zubehör für Schnellspanner und Steckachse 142 x 12mm

Um den Zahnkranz dann zu de-/montieren braucht es Kettenpeitsche, Verschlussringwerkzeug und einen Gabelschlüssel.

Alles was notwendig zur Montage des Zahnkranzes ist.

Da wir natürlich auch versuchen wollten Ninos 20 Zoll Mountainbike auf eine Rolle zu montieren, sei hier auch direkt der Adapter für die 135 x 10 mm Steckachsen erwähnt, den wir dazu bestellt haben und welcher oft bei Kinderrädern zum Einsatz kommt.

Adapter für 135×10 / 12mm Steckachse

Um diesen Adapter zu montieren, muss man einfach mit einem Inbus auf der Zahnkranzseite den vormontierten Einsatz für Schnellspanner abschrauben und mit dem Steckachsen Einsatz ersetzen.

Auf der Gegenseite muss man dann noch je nach Achsdurchmesser den passenden Einsatz einstecken, das geht ohne Werkzeug und voilà ist man schon fahrbereit.

Fahrgefühl der Rollentrainer Elite Rampa, Elite Direto und Elite Drivo II

Elite Rampa

Von der Elite Rampa waren wir ein Wheel-on typisches Fahrgefühl gewohnt. Dieses fühlt sich bei hohen Trittfrequenzen recht angenehm und natürlich an. Bei niedriger Kadenz und hoher Leistung kann es aber unrealistischer werden, da es einfach unrhythmischer wird. In diesen Situationen kann es ab uns zu auch dazu kommen, dass der Reifen “Schlupf” hat, was zu einem nicht tragischen und seltenen “Quietschen” der Rampa führen kann.

Einen sehr deutlichen Unterschied zu den Smart Trainern gibt es im ERG Modus bei Zwift, das heißt wenn das Programm über die automatische Widerstandsregelung eine bestimmte Leistung vorgibt also z.B. 200 Watt. Die Rampa regelt dann sehr schnell auf diesen Vorgabewert und man hat das Gefühl dieser Wert ist dann “eingefroren”. Man merkt das auch daran, dass der kleine Stellmotor zum Verändern der Leistung überhaupt nicht mehr arbeitet.

Interessant ist, dass Zwift auch immer nur den Vorgabewert anzeigt, in meinem Beispiel also 200 Watt. In der Messung der Realwerte mit den Garmin Vector war dann zu sehen, dass sich die tatsächliche Leistung ca. zwischen 190 und 210 Watt bewegt hat, angezeigt wurden jedoch immer exakt 200 Watt. Dieser konstante Wert ist dann auch in der Auswertung zu sehen. Die Anzeige der Werte ist eine Sache, ob man dieses etwas unrealistischere, eher rollentypische Fahrgefühl mag ist sicher Geschmacksache, Micha findet dieses Verhalten ganz angenehm zum Fahren von Intervallen. Da ich ohne Wattpedale fahre stört mich dieses Verhalten auch in feinster Weise.

Elite Direto

Das Fahrgefühl der Elite Direto kam uns von Anfang an deutlich realistischer vor und auch niedrige Kadenzen mit hoher Leistung stellen kein Problem dar. Bei Zwift im freien Fahren werden alle Steigungsänderungen sehr schnell und korrekt umgesetzt.

Elite Drivo II

Die Frage war hier also, was die Elite Drivo II im Vergleich zur Direto noch drauf setzen kann und tatsächlich sind hier die Unterschiede in der subjektiven Wahrnehmung marginal. Uns ist, rein subjektiv und ohne Analyse, kein wirklich großer Unterschied aufgefallen.

Micha meinte auch es sei wenn dann nur ein minimaler Unterschied durch ein etwas schnelleres Ansprechen der Drivo II bei Steigungsänderungen als Endkunde zu bemerken.

Fazit Fahrgefühl:

Ein weiterer wichtiger Punkt den beide Smart Trainer Elite Direto und Drivo II der Elite Rampa voraus haben, ist die Geräuschentwicklung.

Beide Trainer sind hörbar leiser und haben weniger Vibrationen als die Rampa, was ja durchaus auch ein wichtiges Kaufargument sein kann, vor allem wenn man in einem Mehrfamilienwohnhaus wohnt und den Bewohnern der Wohnung unter einem nicht der Putz von der Decke bröckeln soll.

Wir hatten früher selbst das Problem, dass wir im Wohnzimmer Rolle gefahren sind und mit einem klassischen Rollentrainer kann das – also auch für die Untermieter – doch ganz schön laut werden.

Genauigkeit der Rollentrainer Elite Rampa, Elite Direto und Elite Drivo II

Ein für viele Nutzer wahrscheinlich relevanter Punkt ist die Genauigkeit der Rollentrainer. Auch hier unterscheiden sich die Herstellervorgaben der drei Elite Rollen und wir wollten etwas genauer hinschauen, ob sie diese Werte auch einhalten.

Da die Rampa wie bereits angesprochen teilweise Abweichungen von mehr als die angegebenen 5 % hatte, wenn sie länger nicht kalibriert wurde, ist Micha bislang bereits mit den Garmin Vector 3 Pedalen gefahren und hat sich an deren Wattangaben orientiert.

Um die Genauigkeit der Elite Direto sowie der Drivo II zu testen, haben wir den Vergleichstest wie folgt aufgebaut:

  • Zuerst wurden alle Rollen 10 Minuten warm gefahren und danach wurden sie kalibriert. Anschließend fuhren wir ein Intervallprogramm ab, bei dem jeweils alle 30 Sekunden zwischen 150 und 450 Watt Zielleistung gewechselt wurde.
  • Hierbei zeigte sich dann sowohl wie schnell der Trainer auf große Leistungssprünge reagiert, als auch die Genauigkeit.
  • Verglichen haben wir die Leistungen mit den Garmin Vector 3 Wattmesspedalen mit beidseitiger Messung.

Elite Rampa

Die erste Hürde bei der Ermittlung der Werte der Rampa war, dass die oben bereits angesprochenen “eingefrorenen” Werte auch als Ist-Werte ausgegeben werden. Das heißt wer mit 200 Watt Vorgabewert trainiert und diesen durch die Rampa regeln lässt, bekommt in der Auswertung (bei Strava, Trainingspeaks, etc.) auch 200 Watt konstant als Ist-Wert.

Nur wenn man ohne vorher definierten Vorgabewert fährt, bekommt man auch die wirklich gefahrenen Wattwerte in der Auswertung. Diese lagen dann mit ca. 4 % Abweichung im Mittel voll innerhalb der angegebenen Toleranz.

Beachtlich war auch der recht “schnelle” Wechsel zwischen den großen Leistungsvorgaben mit nur ca. 6 Sekunden.

Elite Direto

Die Elite Direto hat erneut sehr positiv überrascht, das Datenblatt verspricht eine Abweichung von +/- 2%. In unserem Test hat die Direto mit einer mittleren Abweichung von gerade einmal 1% geglänzt.

Der Wechsel zwischen den Leistungsvorgaben dauerte hier immer zwischen 6 und 8 Sekunden, was auch ein absolut guter Wert ist. Die zeitlichen Unterschiede kommen wohl auch durch eine nicht allzu konstant gehaltene Trittfrequenz zu Stande.

Elite Drivo II

Die große Frage war nun also ob das Topmodell Elite Drivo II sein Versprechen von + / – 0,5% einhalten kann. Mit 0,4 % mittlerer Abweichung können wir das begeistert bestätigen!

Um der Drivo II noch einmal etwas genauer auf den Zahn zu fühlen hat Micha dann mal noch ein paar Sprints eingelegt mit ca. 1200 Watt. Hier hat sich dann die Klasse der Drivo II deutlich gezeigt, denn mit Abweichungen von um die 5 Watt gegenüber den Vector Pedalen lagen diese auch noch voll Innerhalb der Toleranz.

Im Vergleich hierzu hat die Direto bei extremen Sprints mit hoher Wattzahl auch mal vereinzelte Abweichungen um die 20-25 Watt gehabt, was noch absolut top ist aber hier zeigt sich, dass für eine absolut exakte und professionelle Messung die Drivo II die Rolle der Wahl ist.

Fazit Genauigkeit:
Unter dem Strich kann man sagen, dass die Genauigkeit aller Rollen innerhalb der vorgegebenen Werte lag und die Elite Rampa als günstigster Trainer mit den schnellsten Leistungsanpassungen überrascht hat.

Die beiden Direct Trainer liegen in punkto Genauigkeit klar im Vorteil und entsprechen voll den Herstellerangaben. Sie waren aber mit einem Leistungswechsel von 6-8 Sekunden etwas träger bzw. gleich schnell als die Rampa was doch etwas überrascht hat. Generell spielt hier aber eine Sekunde hin oder her keine große Rolle. Man sollte sich immer im klaren sein, dass Intervalle beim Rollentraining aufgrund der Anpassung der Leistung nicht unter 30 Sekunden dauern sollten.

Der Vorteil der beiden Direct Trainer gegenüber der Rampa war neben der Genauigkeit vor allem, dass die Werte deutlich sanfter erreicht wurden und das Fahrgefühl daher auch sehr viel angenehmer war.

Handhabung und Kalibrierung der Rollentrainer Elite Rampa, Elite Direto und Elite Drivo II

Elite Rampa

Das Ein- und Ausbauen eines Rads ist bei der Rampa im Prinzip sehr schnell erledigt, mittels Schnellverschluss geht alles doch sehr einfach. Muss ein spezielles Hometrainer Hinterrad zunächst montiert werden kommt das natürlich hinzu. Was beim regelmäßigem Ein- und Ausbau jedoch zu beachten ist, dass hier dann doch jedes Mal kalibriert werden sollte, um genaue Werte zu erreichen.

Der eigentlichen Kalibrierung der Elite Rampa geht ein obligatorisches 10 minütiges Warmfahren voraus, welches auch nicht übersprungen werden kann, sollte man schon eine Weile mit der Rolle gefahren sein.

Ist das Warmfahren beendet, muss in drei verschiedenen Geschwindigkeitsbereichen die Leistung konstant gehalten werden. Dieser Vorgang an sich geht sehr schnell, aber die 10 Minuten Warmfahren jedesmal können auch manchmal etwas nerven.

Elite Direto und Elite Drivo II

Der Ein- und Ausbau des Rads ist hier wirklich sehr einfach, im Prinzip wie Hinterrad einbauen – nur ohne die Bremsscheibe in die Bremse fummeln zu müssen 😉 Eine Kalibrierung ist hier auch bei öfterem Ein- und Ausbauen nicht zwingend notwendig, was natürlich sehr fein in der Anwendung ist.

Zur Kalibrierung notwendig ist entweder die MyETraining App oder über Zwift geht das auch direkt beim Verbinden des Trainers. In der MyETraining App kann unter der Kategorie “Parameter” die Konfiguration der Rollen vorgenommen werden, darunter auch die Kalibrierung.

Die Kalibrierung der Direto und Drivo II ist innerhalb weniger Sekunden erledigt, denn die Trainer benötigen lediglich das Beschleunigen des Schwungrads. Nach wenigen Sekunden “austrudeln” wird dann ein Offset Wert angezeigt.

Der Offset Wert muss dann mit einem auf der Unterseite notierten Wert verglichen werden. Liegt der ermittelte Wert um 5 Punkte höher oder niedriger, muss der Riemen nachgespannt werden. In unserem rund 6 monatigen Test hat sich der Offset Wert jedoch nicht verändert.

Fazit Handhabung und Kalibrierung 
Auch in der Kategorie Handhabung und Kalibrierung haben die Direct Trainer die Nase aus unserer Sicht wieder klar vorne. Der Kalbrierungsvorgang geht wirklich unheimlich schnell und komfortabel, die Möglichkeit das auch über Zwift zu machen ist außerdem super.

Bei der Rampa ist das nicht möglich und die MyETraining App muss zwingend angeworfen werden. Auch das  10-minütige Warmfahren vor der Kalibrierung kann auf Dauer bei der Rampa etwas nerven, da ohne regelmäßige Kalibrierung (ca. 1 x pro Woche) die Genauigkeitswerte etwas leiden.

Trainingsapps und Trainings-Programme

MyETraining App

Elite MyETraining App – Geheimtipp mit kleinen Schwächen

Ich habe bereits viel über Zwift als hauptsächlichen Einsatzzweck für Smart Trainer geschrieben. Allerdings hat auch Elite mit der MyETraining App eine eigene Anwendung, welche zwar nicht direkt in Konkurrenz zu Zwift steht, aber trotzdem viele nützliche und auch teilweise spaßige Funktionen bietet. Notwendig ist die App in jedem Fall zur Kalibrierung des Trainers.

Welche weiteren Funktionen die App bietet möchte ich an dieser Stelle kurz vorstellen.

Die vier Funktionen auf der linken Seite dienen rein dem Training bzw. der Aufzeichnung von Indoor- als auch Outdoor Trainings. Mit dem Training Test bietet Elite eine geführte Leistungsermittlung, es wird also ein bestimmtes Programm abgefahren und auf Basis der Leistungs- und Herzfrequenzwerte wird die Fitness bestimmt.

Der FTP Test ist mittlerweile der Standard Leistungsstest. Ermittelt wird die funktionale Schwellenleistung (Functional Threshold Power), also die Leistung die man eine Stunde lang konstant erbringen kann. Von dieser Schwellenleistung leiten sich dann die verschiedenen Trainingsbereiche ab, welche z.B. auch bei Zwift so genutzt werden.

Unter dem Abschnitt “Video” verbergen sich sowohl kostenpflichtige als auch kostenlose Angebote. Generell besteht hier die Möglichkeit aufgenommene Strecken nachzufahren.

Elite selbst bietet hier z.B. das Nachfahren echter Rennen wie das Amstel Gold Race oder mancher Tour de France Etappen an, diese Videos sind dann kostenpflichtig und kosten zwischen 15€ und 20€. Die Abspielgeschwindigkeit des Videos wird dabei je nach selbst gefahrener Geschwindigkeit angepasst.

Wir haben in der Kategorie MYREALVIDEO, welche aus der Elite Community hochgeladene Videos umfasst, den Anstieg von Alpe d’Huez ausprobiert. Der Rollentrainer passt dabei durch das hinterlegte Höhenprofil die Leistung ständig an.

Diese Funktion hat uns wirklich gut gefallen und die verfügbaren Strecken sind in der MYREALVIDEO Kategorie sehr umfangreich. Allerdings ist der Spaßfaktor sehr abhängig von der Qualität der Videos, wurde ein Video z.B. aus einem Auto aufgenommen, welches mit 60 -100 km/h einen Pass hoch fährt, wird das Video natürlich entsprechend langsam abgespielt und das Realitätsgefühl leidet etwas.

Beim “Rennen mit Karte” wird die Möglichkeit geboten eigene GPS Tracks zu importieren und nachzufahren, d.h die Leistung wird auf Basis des Höhenprofils vorgegeben.

Eine weitere aber konstenpflichtige Funktion (einmalig 9 €) ist die Trittanalyse. Hier ist es möglich die Tritteffizienz zu ermitteln und ein mögliches Ungleichgewicht zwischen linker und rechter Seite schnell zu sehen.

Schade ist bei dieser sehr nützlichen Funktion, dass die Auswertung immer explizit aufgenommen werden muss und nicht wenn man ohnehin ein Training abspult oder Realvideo nachfährt die Auswertung mit dazu bekommt.

Zudem hätten wir uns auch eine direkte Ausgabe der links-rechts Verteilung gewünscht, welche bei Wattmesskurbeln oder auch den Garmin Wattmesspedalen zu einem Standardwert gehören. Hier könnte Elite also mit kleinen Verbesserungen noch einen echten Mehrwert für diese Funktion schaffen.

Abschließend kann zur MyEtrainging App gesagt werden, dass sie mit den Realvideos sehr spaßige Trainingsmöglichkeit liefert und mit etwas Recherche auch gute kostenfreie Videos bietet. Der Funktionsumfang ist wirklich sehr umfangreich, mit 9 € ist die Trittanalyse recht günstig, sie hat in Details wie beschrieben aber auch noch Verbesserungspotential.

Zu den Kosten: Die App ist grundsätzlich Gratis (Konfiguration der Trainer), zur Nutzung der Trainings- und Videofunktionen sind pro Jahr 9,99 € fällig. Beim Kauf der Direto ist bereits ein Gutschein für das erste Jahr mit dabei, beim Kauf der Drivo II sind 3 Jahre inklusive.

Zwift

Zwift – Zeitvertreib, Training, Wettkampf

Der Hauptgrund dafür sich einen interaktiven Trainer anzuschaffen sind Trainingsprogramme wie z.B.  Zwift oder das Training mit der MyEtrainging App. Was sich hinter dem Trainingsprogramm Zwift verbirgt und was man alles damit machen kann möchte ich hier kurz ebenfalls noch vorstellen.

Wir sind wie schon erwähnt zu Zwift zur Überwindung der tödlichen Langeweile einer normalen Trainingseinheit auf der Rolle gekommen. Selbst mit Film / Serie schauen konnten wir uns kaum mehr zum Rollentraining motivieren. Das absolut charmante für uns am Rollentraining ist der sehr geringe Zeitaufwand und dass es auch mal abends wenn Nino schon im Bett ist möglich ist zu fahren, wobei er mittlerweile immer mit dabei ist und nebenher selbst “Sport” macht.

Alleine die Anzeige eines “Avatars” auf einem Bildschirm und das Miteinander bzw. manchmal auch “Gegeneinander” fahren mit Menschen auf der ganzen Welt, fanden wir von Anfang an sehr spaßig und durchaus motivierend. Plötzlich holte man sich im Winter die Gruppenausfahrt zu Hause in den Hobbyraum und fährt gemeinsam mit Menschen aus allen Nationen. Man kann sich gegenseitig “ride on” (Daumen hoch) vergeben und auch miteinander chatten.

Angefangen haben wir mit dem freien Fahren, was bedeutet, dass man durch verschiedenste Welten von Zwift fährt und so etwas Abwechslung hat.

Für echte Fans des virtuellen Radfahrens gibt es zusätzlich noch die Social Rides. Im Prinzip ist das nichts anderes als eine Radgruppe, nur dass man sich nicht am Vereinsheim trifft, sondern am Hafen in Watopia und dort als Gruppe eine gemeinsame Ausfahrt macht. Die Gruppenstärke und die ungefähren Geschwindigkeiten kann man sich vorher genau aussuchen, so dass es sich auch um eine passende Gruppe handelt.

Natürlich gibt es auch echte Wettkämpfe auf Zwift. In der Zwift App kann man für die kommenden Tage alle Ereignisse anschauen und sich für Rennen eintragen. Das Niveau hier ist meistens sehr respektabel, wobei hier immer die Frage ist, wie ernst man das alles nehmen kann, nachdem bereits erste Berichte von “weight doping” im Netz kursierten. Man muss nämlich wissen, dass Zwift die Geschwindigkeit des Avatars auf Basis der Leistung und des angegebenen Gewichts berechnet. Macht man sich nun leichter als man wirklich ist, so ist man auch schneller.

Erst in der letzten Woche wurde übrigens bekannt  dass es mit “Zwift FutureWorks Steering” eine Erweiterung geben soll, mit der man selbst lenken kann und auf der auch ein erster MTB -Rundkurs nachgefahren werden kann. Wer dieses neue Gimmick nutzen möchte, muss sein Smartphone am Lenker befestigen um anhand der eingebauten Beschleunigungs-Sensoren die Lenkbewegung direkt in die App zu übertragen. Bisher funktioniert dies nur auf der MTB Strecke „Titan’s Grove“, was sich aber bald ändern soll. Getestet haben wir das selbst allerdings noch nicht.

Der vor allem für Micha ehrlich gesagt interessanteste Aspekt an Zwift ist das gezielte Training. Und hier gibt es unzählige Möglichkeiten das zu realisieren. Zwift bietet bereits im Standardumfang viele unterschiedliche Trainingspläne, welche für jemanden ohne jegliche Erfahrung mit Trainingsmethodik bereits ein gutes Mittel sind seine Leistung gezielt zu verbessern.

Hier kann man je nachdem was man erreichen möchte einen Plan auswählen, so gibt es z.B. Pläne die auf ein 100 km Rennen hin arbeiten oder auf die Verbesserung der Schwellenleistung abzielen. Wird auf Zwift ein Training ausgewählt, basiert dieses immer auf der funktionellen Schwellenleistung (diese muss in einem Test zuvor ermittelt werden).

Die funktionelle Schwellenleistung ist die Leistung, die ein Athlet für eine Stunde konstant aufrecht erhalten kann. Von dieser Leistung lassen sich die verschiedenen Trainingsbereiche ableiten die dann auch in den Trainings gezielt genutzt werden. Interessant ist das Fahren der Trainings im sogenannten “ERG Modus”, hierfür ist dann ein interaktiver Trainer notwendig.

Hier regelt der Trainer nämlich immer genau auf den Widerstand, der laut Trainingsprogramm gerade ansteht. Prinzipiell kann man auch immer mit dem gleichen Gang fahren, die Rolle übernimmt dann die Einstellung des Widerstands.

Ein von Zwift vordefiniertes Trainingsprogramm könnte folgendermaßen aussehen:

Eine weitere Möglichkeit die Interaktive Rolle zu nutzen ist die Steuerung per Radcomputer. Dabei ist es z.B. möglich eine bereits gefahrene Tour nochmals simulieren zu lassen oder den Radcomputer einfach zu verwenden, um die Leistung zu steuern.

Egal wie man Zwift nutzen möchte, bietet es im Gegensatz zum klassischen Rolle fahren viel Abwechslung und motiviert fit durch den Winter oder durch Schlechtwetterperioden zu kommen.

Welche Preisklasse darfs sein?

Elite Rampa

Wie schon zu Anfang beschrieben haben wir schon einige Jahre mit Rollentraining hinter uns und daher auch viele verschiedene Rollentypen ausprobiert.

Michas letzte Anschaffung als er mit dem “Zwift Virus” infiziert wurde, war eine Elite Rampa. Das Hauptargument war ihr attraktiver Preis (UVP 399.99 €) und dass wir problemlos zwischen unseren Rädern wechseln können. Wer genau nach Angeboten sucht, kann sie auch für 299,99 € finden.

Für Einsteiger ist sie definitiv eine echte Alternative, sofern einen das “Wheel on” Prinzip und die Geräuschkulisse nicht stört. Auch sollte man sich überlegen einen extra Laufrad für die Rolle anzuschaffen, damit das normale Straßenprofil nicht zu sehr leidet.

Im Grunde besitzt sie bis auf die oben auch bereits beschriebenen Unterschiede bereits alle Features. Von den Watt werten reicht sie zumindest mir auch aus. Bei Micha sieht das im Sprint etwas anders aus.

Elite Direto

Die Elite Direto hat eine unverbindliche Preisempfehlung in Höhe von 899,- €. Wer Glück hat und die Angebote beobachtet kann sie jedoch auch immer wieder für einen Preis von 600,00 €-  629,99 € ergattern. Wir finden diesen Preis absolut super, wenn man ihn mit der Elite Drivo II vergleicht. Die Unterschiede beider Rollen sind für den Endverbraucher kaum zu merken.

Elite Drivo II

Mit einem UVP von  1.390,00 € ist die Elite Drivo II für Hobbysportler eine echte Hausnummer. Wer Glück hat und ein Schnäppchen machen will kann die Elite Drivo II in einschlägigen Internetportalen auch immer wieder für 800,00 €-  849,99 € finden.

Fazit Preis

Absoluter Gewinner ist für uns hinsichtlich des Preis-Leistung-Verhältnisses die Elite Direto. Sie ist einfach in der Handhabung, kann alle notwendigen Leistungswerte einfach darstellen und messen.

Na klar kann man sagen: “wow mehrere 100 € für einen Rollentrainer ist brutal”, aber wir sparen uns durch das Rollentraining unseren Besuch im Fitnessstudio oder den Spinning Kurs, was jeden von uns ebenfalls zwischen 40-50 € im Monat kosten würde.

Würden wir beide also 6 Monate ins Fitnessstudio gehen à 45 € hätten wir bereits im ersten halben Jahr gemeinsam 540 € ausgegeben, so dass sich eine Rolle, die wir mehrere Jahre fahren durchaus für uns gemeinsam absolut rechnet.

Unser Wintertraining 2.0 in bewegten Bildern

Räder Setup

Kurz vor Ende des Beitrags zeigen wir Euch nochmals, welche Bandbreite an Rädern wir mit den Trainern in den letzten Monaten genutzt haben und welche gut funktioniert haben:

Ein kleiner Exot ist natürlich Nino`s 20 Zoll MTB, welches nun auch wirklich gut mit den Direct Trainern funktioniert. Nino fährt natürlich mehr zum Spaß mit und freut sich, wenn er auf Zwift einen T-Rex sieht, aber so wirklich ernsthaft ist der Einsatz bei ihm ja auch nicht 😉

Im Folgenden daher noch einmal welche Räder wir im Einsatz haben und gut funktionieren:

1. Rennrad Principia (Schnellspanner, 11-fach), hier auf der Elite Direto

Elite Direto

2. Crosser Centurion Crossfire (12 x 142 Steckachse 11-fach), ebenfalls Elite Direto

Elite Direto

3. MTB Liv Hail (12 x 150 Boost 12-fach), Elite Drivo II

4. Ninos Propain Dreckspatz (10 x 130 Steckachse 10-fach), Drivo II

Elite Drivo II

Zusätzlich zu den bereits im Text weiter oben erwähnten Adaptern für die 10/12 x 130mm Steckachse bzw. den Boost Adapter gibt es noch drei Zubehörteile die wir ebenfalls ständig im Einsatz haben.

Zubehörteile für die Elite Trainingsrollen

Schweißfänger Elite Protec Plus

Wer schon mal auf einem Hometrainer gefahren ist weiß, man schwitzt sehr schnell und wenn das geliebte Rad eingespannt ist sollte das nicht unbedingt tropfnass vom Schweiß sein. Natürlich geht hier auch ein Handtuch, die speziellen Schweißfänger sitzen aber perfekt zwischen Lenker und Sattelstütze und man merkt sie beim Fahren überhaupt nicht. So wird auch das Oberrohr besten vor Schweißtropfen geschützt.

Elite Schweißfänger Protec Plus

Vorderradblock “Elite Su-sta Adjustable Block”

Eine angenehme Sitzposition ist entscheidend, auch beim Rolle fahren. Angenehmer ist das Fahren mit einem erhöhten Vorderrad. Ein höhenverstellbarer Block ist komfortabel und das Rad ist zudem fixiert.

Elite Su-sta Adjustable Block

Elite Trainingsmatte

Die Elite Trainingsmatte hat mehrere Funktionen. Zum Einen dämpft sie die Vibrationen der Rolle, zum Anderen ist sie letztlich auch noch ein Schutz für den Boden vor Reifenabrieb, Kettendreck und Schweiß.

Denn wie es aussieht wenn Micha eine längere Session auf der Rolle gemacht hat könnt ihr hier sehen, diese Lache an Schweiß sollte kein Boden abbekommen:

Elite Trainingsmatte

Fazit zu unserem Vergleichstest

Nach ausgiebigem Testen über fast 1.000 km haben sowohl Micha als auch ich die Elite Direto als perfekten Allrounder zum Sieger gekürt. Das angenehme Fahrgefühl, die niedrige Geräuschkulisse, gute Genauigkeitswerte und ein echt fairer Preis sind eine unschlagbare Kombination.

Übrigens wurde bereits inzwischen schon das Nachfolgermodell Elite Direto X vorgestellt. Einige Neuerungen sollen 18 %  Steigung (anstelle von 14 %), eine Genauigkeit von 1,5 % (anstelle von +/- 2 %) und eine Leistung von 2100 w (anstelle von 2000 w) sein. Wir können uns nach unserem Test sehr gut vorstellen, dass auch diese Werte durch die Bank eingehalten werden.

Wie oben bereits erwähnt hat die Drivo II in punkto Genauigkeit, Handhabung und Fahrgefühl absolut überzeugt. Micha ist total begeistert von der irren Genauigkeit der Drivo II und spulte seine Trainingsintervalle daher sehr gerne auf ihr ab, jedoch sehen wir die Drivo II auch vom Preis her eher als Profigerät.

Auch wenn die Rampa nur den dritten Platz für uns belegt hat, hat sie doch auch ihre Daseinsberechtigung. Bei der Nutzung einer Rolle mit verschiedenen zueinander nicht kompatiblen Schaltungsstandards wie z.B. Campagnolo und Shimano/SRAM oder auch 11-fach und 12-fach, ist die Elite Rampa bzw. ein Wheel-on Trainer die bessere Wahl. Wer das Indoor Training erst einmal ausprobieren möchte und auch nicht so viel Geld zur Verfügung hat, kann auch mit der Elite Rampa absolut zufrieden werden.

Ich hoffe unser langer Vergleichstest hilft Euch etwas weiter und Ihr seid mir nicht böse, dass wir einmal ein völlig anderes Thema beleuchtet haben.

Freuen würde es mich, wenn Ihr mir ein Kommentar da lasst, ob Ihr ebenfalls im Winter Indoortraining macht und in welcher Form bzw. wie Ihr den Testbericht findet? Gerne beantworte ich auch Eure Fragen.

Falls Ihr weitere Berichte nicht verpassen wollt, tragt Euch bitte in meinen Newsletter ein und folgt mir auch auf meinen Social-Media-Kanälen Facebook, Instagram, YouTube und Pinterest. Das würde mich ebenfalls wirklich sehr freuen!

Liebe Grüße und habt ein schönes Wochenende noch,

Jani

i Transparenz Hinweis *Werbung: Die Smart Trainer wurden mir für die Möglichkeit eines Vergleichstests mit unserer klassischen Rolle für diesen Bericht von Elite zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Natürlich hat dies keinerlei Einfluss auf meine journalistische Freiheit. Meine journalistische Freiheit bleibt von jedweder Art der Kooperation, Unterstützung, Einladung usw. unberührt, weshalb ich sowohl positive als auch negative Aspekte der getesteten Produkte aufzeige. Aus diesem Grund bin ich Mitglied im Wriders`Club und halte mich an den vorgegebenen Blogger Kodex.

2 thoughts on “Rollentrainer Elite Drivo II und Elite Direto auch für Mountainbikes – Vergleichstest

  1. Hallo allerseits,
    ich habe selber seit einiger Zeit den Elite Direto. Das Fahrgefühl erinnert an ein Rad, bei dem Kette und Ritzel nicht zusammenpassen. Als wäre da (grober) Sand im Getriebe. Ich würde mal Kette und Ritzel ausschließen, zumal das selbe Fahrverhalten bei zwei unterschiedlichen Rädern auftritt und die Kette auch beim Antritt mit 1400 Watt nicht springt. Ich habe daher eher die Kraftübertragung zwischen Schwungscheibe und Bremse (Generator?) im Verdacht. Wie war eure Erfahrung?
    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Bier

    1. Hi Michael, das ist ja super schade, dass Du Probleme mit der Elite Direto hast. Leider kann ich Dir aus eigener Erfahrung darüber gar nichts berichten. Bei mir ist die Direto wirklich sehr leise und läuft extrem sauber. Bei der Recherche wie man im Fall der Fälle aber den Riemen nach spannen könnte, bin ich in einem Forum auf einen Thread gestoßen, in dem ein Problem mit einem losen Schwungrad beschrieben wird. Das Video hierzu findest Du auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=5kiPqvnB9m0&feature=youtu.be Zwar hört man hier nicht die von dir beschriebenen Geräusche, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es vielleicht auch davon kommen könnte? So wie du das beschreibst würde ich Kette und Ritzel auch definitiv ausschließen, die Kette würde bei 1400 Watt definitv springen, wenn die Verschleißgrenze überschritten ist. Normal scheint das auf alle Fälle nicht zu sein und ich hoffe Du hast vielleicht noch Garantie/ Gewährleistung? Ich würde dir empfehlen dich (über Deine Händler oder direkt) an den Elite Service zu wenden, ich habe selbst schon mal bezüglich unserer Elite Rampa Kontakt gehabt und da wurde mir sehr schnell und sehr kulant geholfen! Ich drück Dir fest die Daumen, dass Du das Problem in den Griff bekommst und genauso viel Spaß mit der Elite Direto hast wie wir! Liebe Grüße, Jani

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