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Davos hebt Trailsperrung wieder auf und setzt weiter auf Fair Trail im Sertig Tal

Wer nicht nur meinem Blog, sondern auch meinen Social Media Profilen folgt, der hat Anfang August eine riesige Diskussion zu einer Trailsperrung in Davos auf meiner Facebook Seite mitbekommen. Nun hebt Davos die Trailsperrung wieder auf und setzt weiter auf Fair Trail im Sertig Tal. Aber nochmal von vorne.

Vorgeschichte der Trailsperrung im Sertig Tal:

Ich wurde Anfang August 2019 von einem befreundeten Blogger Kollegen (Marc vom allmountain.ch Blog) gefragt, wie ich dazu stehen würde, dass man jetzt schon Anfange bergab Trails zu sperren, damit (E-) Mountainbiker den Trail künftig als Uphill-Trail fahren können.

Entstanden war die Debatte, da Mountainbiker heftig über ein Foto von Kirsten diskutierten, das den Text enthielt:

 “Mountainbiker hier endet der MTB-Singletrail. Wir bitten talabwärts die Sertigsstraße zu benutzen”

in Verbindung mit einem zweiten Schild mit dem Text:

“Uphill E-MTB Trail – wir bitten alle Mountainbiker diesen Trail nur aufwärts zu befahren und nicht als Singletrail talaufwärts zu benutzen. Herzlichen Dank fürs Verständnis.”

Vor allem die Titelüberschrift: “Uphill E-MTB Trail” führte dazu, dass in den Mountainbike Gruppen das Thema ziemlich scharf auch contra E-Biker diskutiert wurde, obwohl alle Mountainbiker bergauf fahren sollten.

Ich jedoch konnte mir nicht vorstellen, dass ein E-MTB Uphill Trail der einzige Grund für die kommunizierte Umleitung sein sollte, für einen Weg, der jahrelang bereits befahren wird.

Daher postete ich auf meiner Facebook Seite folgende Frage und Diskussion in die Community:

Hi Ihr Lieben,

jetzt muss ich mich doch nochmal melden, da ich eben mitbekommen habe, dass Davos Klosters ein Trailstück bergab “gesperrt” hat für MTB Fahrer, das seit Ewigkeiten genutzt wird, um vom Alp Eric Trail über das Sertig Tal zurück nach Davos zu fahren. Hintergrund ist, dass man dieses Stück nun nur noch aufwärts als eMTB Uphill Trail benutzen soll. Marc vom allmountain.ch Blog hatte mich auf das Foto von Kirsten Brodersen aufmerksam gemacht und da wir ebenfalls auf Facebook befreundet sind und uns alle über die “Wegsperrung” an dieser Stelle wundern kommt hier mein Aufruf:

Weiß jemand was genau der Grund dafür ist?

Einen Uphill Trail zu eröffnen genau an der Stelle, wo seit Jahren MTB Fahrer zurück ins Tal fahren halte ich für äußerst schwierig, da gerade Graubünden für ein gemeinsames Miteinander steht. Grundsätzlich finde ich es super das Trailangebot zu erweitern, um einen Uphill-Trail, aber gerade an der Stelle sorgen gewachsene Nutzungsgewohnheiten doch sicher eher für eine Verschärfung des Konflikts zwischen MTB und eMTB Fahrer?!

Auch muss ich sagen, dass ich beim Uphill Fahren von technischen Trails kaum schneller als fitte Wanderer oder Trailrunner bin – und gerade daher ein Konzept der gemeinsamen Trailtoleranz weiterhin befürworten würde.

Es wäre aus meiner Sicht Zielführender auf den “eMTB Uphill Gegenverkehr” hinzuweisen und eine gemeinsame Nutzung weiterhin zu erlauben.

Ich hoffe jemand kann hierzu Stellung beziehen und etwas Licht ins Dunkel bringen, denn ich kann verstehen, dass man als MTB Fahrer seltsam berührt ist, wenn man plötzlich vor diesem Schild steht. Denn auch ich hätte keine Lust mit dem eMTB oder MTB kommend vom Alp Eric Trail auf die Straße auszuweichen. Ich werde mir das nächste Woche auf alle Fälle mal live anschauen!

Was haltet Ihr davon?
GLG Jani

📸 Kirsten Brodersen – Danke für das Foto!

Es brach eine riesige Kontroverse und auch recht sachliche Diskussion hervor und alle E-Biker waren der Meinung, dass man keine Trails zugunsten eines Uphill Trails sperren sollte, da wir selbst ja auch super gerne bergab unterwegs sind. Über 37.000 Personen erreichte ich mit meinem post und mit fast 18.000 Beitragsinteraktionen machten wir deutlich: das Thema beschäftigt uns emotional absolut.

Dank Eurer sachlichen und herzhaften Diskussion klärte dann auch die Tourismusdestination Davos Klosters in einem Kommentar zu meinem Post die Ursache wie folgt auf:

**** 12.08.2019***

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Vielen Dank an Davos Klosters für die offizielle Stellungnahme (Siehe auch Kommentar) zum Grund der Sperrung:

“Hallo zusammen!
Vielen Dank für die konstruktive Diskussion. An dieser Stelle gerne noch die Stellungnahme von offizieller Seite: Wie von Dave Spielmann richtig eingebracht, gibt es für die temporäre Sperrung der Talabfahrt schwerwiegendere Gründe:
– Leider immer wieder mangelnder Respekt einzelner Biker gegenüber Grundstückbesitzern
– Aber leider auch fehlende Rücksicht einzelner Biker gegenüber Tieren
– Abkürzungen (Short Cuts) verursachen immer wieder Landschäden
Die Destination Davos Klosters agiert hier ausschliesslich als Vermittler und arbeitet mit allen Beteiligten an einer bestmöglichen Lösung für die Zukunft. Das Wording der Tafeln werden wir rasch möglichst anpassen. Vielen Dank für Euer Verständnis”

Damit war vorerst das Thema abschließend geklärt und ich rief dazu auf, dass es uns allen zu Denken geben sollte, dass wir uns rücksichtsvoll und mit Respekt zu Verhalten haben. Denn ansonsten kann es selbst auch in Regionen, in denen (E-) Biker absolut Willkommen sind und die ein wahnsinnig tolles Trailangebot haben im Extremfall auch zu Sperrungen kommen.

Außerdem war ich erstmal froh, dass der Trail wenigstens für alle noch aufwärts befahren werden darf und es nicht zu einer vollständigen Sperrung kam. Ich schloss meinen Post mit dem Aufruf: *Ride fair*.

Davos hebt Trailsperrung wieder auf und setzt weiter auf Fair Trail im Sertig Tal

Als wir Ende August dann in Davos unterwegs waren, schauten wir natürlich direkt nach, ob und wie das Wording der Schilder vielleicht schon angepasst wurde. Das war jedoch nur 2 Wochen später noch nicht der Fall, da es zeitlich viel zu nah an der Diskussion dran war. Daher warteten wir ab.

Bis mich gestern Nacht ohne Vorwarnung nun ein Foto von Dorothee aus Davos mit dem neuen Schild erreicht hat, das wie folgt wirbt:

FAIR TRAIL – NETT, SUUBER & PARAT.

Wanderer und Biker teilen die Freude an der Natur. Und manchmal teilen sie auch ein Stück Weg (Dr. Schaffhauser, Freizeitforscher HTB) und dem Aufruf nett miteinander zu sein und Rücksicht zu nehmen und Verhaltensregeln.

aber seht selbst:

Foto: Dorothee

Vielen Dank also an dieser Stelle an Euch für die kontroverse Diskussion und vor allem an Davos Klosters, dass Ihr Euch stark gemacht habt für alle Mountainbiker ob mit E oder ohne E, dass der Weg wieder frei gegeben wird.

Das wirklich tolle daran ist, dass nicht nur das Wording der Tafeln angepasst wurde, sondern dass der Trail nun wieder anscheinend beidseitig befahren werden darf! Ein tolleres Ergebnis hätte ich mir nicht wünschen können!

Fair Trails – “R”adel verpflichtet!

Der Aufruf “Fair Trail” ist nicht nur sympathisch sondern steht seit Jahren für eine Region, die mit dem respektvollen Miteinander zwischen Wanderer und Biker absolut berechtigten Vorbildcharakter erlangt hat. Wir kommen immer super super gerne nach Davos und freuen uns vor allem nun auch für die Locals, dass der Weg wieder beidseitig befahren werden darf!

Hier sind wir willkommen und hier setzt man sich für die Belange von (E) Mountainbiker ein. Unsere Heimat Baden-Württemberg könnte sich mit der unsäglichen 2-Meter-Regel ein gutes Stück davon abschneiden.

Aber trotzdem darf man nicht vergessen, dass die Wegsperrung eigentlich zu Stande kam, da es auch unter uns immer wieder Biker gibt, die sich in der Natur rücksichtslos verhalten.

Seit Jahren bemühen wir uns das Bild von Mountainbiker – die früher oftmals als Rüpel oder Rowdies wahrgenommen wurde – abzulegen und inzwischen sind wir alle auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Familien fahren mit kleinen Kindern ihre Runden und Frauen wie Männer genießen es in der Natur zu sein.

Genau das ist eine Chance, denn wir alle passen auf das auf was uns wichtig ist – wir bekommen durch unseren Sport wieder den Blick für das Schöne und die Natur. Die Schönheit der Natur ist es doch was unseren Sport so besonders macht und wenn wir dann oben auf den Bergen sitzen geht es doch vor allem darum diese Schönheit und vor allem auch ihre Zugänglichkeit  für uns alle zu bewahren?!

Nun liegt es also an uns allen, dass wir uns auch künftig auf den Trails mit Rücksicht und Verstand bewegen, damit wir – nicht nur in diesem Fall – dem Grundeigentümer und natürlich auch den Wanderern beweisen, dass wir vor allem eins wollen: gemeinsam Spaß in der Natur haben und auf diese aufpassen!

Von klein auf bringen wir unserem Nino daher bei, dass wir freundlich grüßen und langsam machen, wenn wir Wanderer begegnen. Meistens entstehen aus unseren Begegnungen auch sehr nette Gespräch. Niemals lassen wir Müll liegen und wir versuchen keine Wege abzukürzen, sondern schieben lieber einmal mehr, sofern wir eine Spitzkehre nicht schaffen. Wir haben nur eine Natur und ein gemeinsames Befahren von Wegen ist keine Selbstverständlichkeit.

Wenn wir also wollen, dass wir künftig  weiterhin Willkommen sind, dann fällt mir eigentlich nur ein Satz ein, den man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte:

Fair Trails – what you give is what you get!!!

Vielen Dank an Davos Klosters für Euren Einsatz und Eure Mühe den Konflikt zu entschärfen und zu vermitteln. Und Danke an Dorothee und Kirsten für die Bilder! Auch Marc von allmountain.ch sag ich noch Danke, dass Du die Diskussion mit uns E-Bikern angeregt hast.

Ich hoffe sehr, dass wir (E) Mountainbiker allen künftig beweisen, dass wir uns mit Toleranz, Rücksicht und Verständnis für die Natur, Tiere, Wanderer und Grundstückseigentümer bewegen können.

Falls Ihr weitere Berichte und vor allem die zugehörigen Videos nicht verpassen wollt, tragt Euch bitte vor allem in meinen Newsletter ein und folgt mir auch auf meinen Social-Media-Kanälen Facebook, Instagram, YouTube und Pinterest.

In diesem Sinne ab ins schöne Wochenende und rauf auf die (E) Bikes – the golden season is on 🙂

GLG Jani

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