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Der etwas andere Adventskalender: E-Mountainbiken ist…

Immer wieder bin ich in den letzten Monaten gefragt worden, wie ich das E-Mountainbiken im sportlichen Bereich eigentlich sehe und wo ich es einordnen würde.

Gehört es noch zum Mountainbiken? Oder ist E-Mountainbiken eine eigenständige Sportart oder etwa eine Sparte davon? Sucht man in Wikipedia nach “Mountainbike” werden folgende baulich verschiedenen Unterkategorien aufgezählt:  All Mountain-, Cross-Country-, Downhill-, Enduro-, Four Cross-, Freeride-, Trial-, Dirt Jump-, Pumptrack- oder Fatbikes.

Der Begriff: “E-Mountainbike” taucht allerdings bisher in Wikipedia nicht auf?! Auch unter dem Überbegriff “Pedelec” ist in Wikipedia zu E-Mountainbikes nichts zu finden.

Was ist es also nun? Ist es also nur ein baulicher Unterschied zum Mountainbike oder eine ganz neue sportliche Kategorie?

Ich selber bin der Meinung, dass E-Mountainbiken zumindest eine eigenständige Unterkategorie sein kann, sofern man das volle Potential im Uphill ausnutzt und entsprechende Touren dafür wählt.

Trotzdem benutze ich es oft auch genau wie mein Mountainbike, wenn ich z.B. mit gemischten Gruppen unterwegs bin. Hier ist es also nahezu egal welches Bike ich dann unter dem Hintern habe.

Doch was hat das nun mit einem “etwas anderen Adventskalender” zu tun?

Ich fand es total interessant wie genau dieses Thema unterschiedliche Menschen aus der Bike-Branche sehen und was deren Erfahrungen, Einschätzungen und Wünsche sind, wo sich E-Mountainbiken und E-Mountainbikes langfristig einordnen und etablieren sollen. Aus diesem Grund habe ich einen Fragebogen als Grundlage für meine Kurzinterviews versendet und darum gebeten meine Fragen aus dem Bauch heraus kurz und knackig zu beantworten.

Mein “etwas anderer Adventskalender” ist anders, da es nichts zu gewinnen oder Schoki zum futtern gibt, sondern ich an unterschiedlichen Tagen im Dezember ein neues Kurzinterview posten werde von unterschiedlichsten Menschen aus der Bike-Branche, wie sie das E-Mountainbiken sehen und als Sport einordnen würden.

Ich wünsche Euch viel Spaß damit und bin selber mega gespannt, was noch für Aussagen getroffen werden, und Antworten so rein flattern!

Also schaut regelmäßig hier vorbei wenn Euch das Thema interessiert, da ich diesen Beitrag immer wieder ergänzen werde und diskutiert und kommentiert fleißig mit  😉

Und die ersten Kurzinterview-Kalendertürchen könnt Ihr nachfolgend öffnen.

1. Carsten Schymik - E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hallo, ich bin Carsten Schymik. Seit über 25 Jahren betreibe ich mit viel Herzblut die schönste Sportart der Welt. In den Jahren habe ich viele technische Entwicklungen mitgemacht und erlebt. Meistens haben diese dazu geführt, dass der Sport noch besser und wertvoller wurde und eine weitere interessante Facette dazugekommen ist. Mein Schwerpunkt ist das Thema Alpencross, die große Leidenschaft das Bikebergsteigen und seit vielen Jahren die aktive Mitarbeit in der DIMB.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Es ist dieselbe Sportart, aber eine weitere interessante Facette mit zusätzlichem Entwicklungspotential. Und für viele Menschen die Möglichkeit den Einstig zu finden oder einfach „dabei“ zu bleiben, wenn es z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich wäre. Zudem eröffnet es wie andere technische Entwicklungen auch neue Möglichkeiten, birgt aber auch Probleme und Gefahren.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Bei uns in der Gruppe sind die Mountainbiker mit elektrischer Unterstützung einfach mit dabei. Anfangs wurden sie belächelt und manchmal sogar verspottet. Aber mir persönlich ist es wichtig, meine Freunde weiterhin mit auf Tour nehmen zu können, auch wenn sie mal nicht mehr so fit sind.

Zudem beobachte ich draußen im Wald immer wieder neue Gruppen und Personen, die mit dem E-Bike unterwegs sind. Diese fahren wie alle anderen Mountainbiker auch auf den gleichen Wegen.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Meine Erfahrungen sind eigentlich positiver Natur. Die Antriebe sind leise und fallen eigentlich nicht weiter auf. Die Leute, mit denen ich unterwegs war haben sich gut in die Gruppe integriert und haben auch ihren technischen „Vorteil“ bergauf nicht raushängen lassen und sind nicht vorausgefahren. Witzig war, dass es mir schon mehrfach gelungen ist auf Singletrails bergauf oder im kupierten Gelände die Jungs mit den E-Bike abzuhängen. Es geht beim Mountainbiken also um mehr als nur um die Leistung am Antrieb 😉

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Wie vorher bereits gesagt, kann es auch zu Probleme und Gefahren führen im Rahmen von rücksichtslosem Begegnungsverkehr auf dem Trail. Eine Lösung könnte hier jedoch sein, an die von mir immer gelebte Regel zu appellieren: wer bergauf kommt hat immer Vorfahrt auf dem Trail. Das bedeutet, dass man beim bergab fahren immer bremsen können muss. So Handhabe ich das eigenlich schon immer, wenn mir jemand entgegen kommt.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich finde es wichtig, dass wir Mountainbiker nicht den Fehler der Wandervereine wiederholen und die neuen Akteure auf den Wegen ausgrenzen und kriminalisieren. Wir sollten alle Menschen mit Respekt und Toleranz behandeln, egal ob sie mit Muskelkraft oder mit Akkupack unterwegs sind. Wir wollen alle die Natur genießen und Sport an der frischen Luft betreiben. Dazu muss es Regeln und einen fairen Umgang miteinander und gegenüber andern Wegenutzern geben. Deshalb ist es entscheidend, dass es uns gelingt alle Mountainbiker zu integrieren und niemanden auszuschließen.

2. Kurt Resch: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Mein Name ist Kurt Resch, ich leite mit meiner Frau Sonja das Bikehotel Steineggerhof in Südtirol. Ca. 40% aller Biker sind bei uns inzwischen eBiker.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

E-Biken ist für mich eindeutig eine eigene Sportart.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Mit einem E-Bike kann ich gleich fahren wie mit einem normalen Mountainbike. Für einen Normalbiker der nur auf Forstwegen unterwegs wird sich nicht viel ändern, der tut sich dann mit dem eBike leichter.
Bin ich mit dem eBike jedoch im technisch schwierigen Gelände unterwegs, dann kann ich viel steilere Trails fahren. Dies erfordert eine erweiterte Fahrtechnik die man erst einmal lernen muss. Diese Technik kann man sich selbst beibringen oder man besucht einen speziellen eBike Kurs.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Wir haben bei unseren Gästen öfters eBiker die gerne gemütlich fahren und gerne in der gemischten Gruppe fahren. Das funktioniert normalerweise auch sehr gut da eBiker sehr passiv fahren. Leider müssen sich eBiker von Mountainbikern oft dumme Sprüche anhören, aber das wird von Jahr zu Jahr besser. Sind die eBiker deutlich in der Überzahl, fühlen sich Mountainbiker oft gehetzt. Auch wenn die eBiker hinter dem Mountainbiker fahren. Besonders hart trifft es die sportlichen Fahrer die dann vom untrainierten eBiker nicht mehr abgehängt werden.

Technisch gute eBiker sollte man nicht mit Mountainbikern mischen. In einer solchen Gruppe könnten eBiker ihren Vorteil durch den Motor nicht mehr ausnutzen. Das kann dann ganz schön langweilig werden.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Grundsätzlich muss jeder Biker die Geschwindigkeit auf dem Trail so anpassen, dass er niemanden gefährdet. Auf Sicht fahren heißt das Zauberwort!!

Natürlich darf ich auf einer offiziellen Downhill- oder Freeridestrecke nie bergauf fahren, auch auf Trails wo viel bergab gefahren wird muss man nicht unbedingt bergauf fahren. Z.B. in Finale oder im Vinschgau sollte man die Klassiker nicht hochfahren.

Dass es dann auf den Trails in Zukunft auch mal brenzlig wird, wird sicher passieren. Gegenverkehr auf den Trails ist was Neues, darauf müssen wir uns erst einstellen. Irgendwann wird das dann ganz normal werden.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Das eBike hat mein Bikerleben total verändert. Besonders reizt mich die Technik bergauf zu fahren, so etwas gab es früher nicht. Auch touristisch ist das eBike eine sehr spannende Geschichte. Wir haben jetzt viel mehr Gäste die ein eBike testen wollen. Diese Neueinsteiger sind so happy, wenn sie von einer eBike Tour zurückkommen, das freut mich immer ganz besonders. Wir werden im nächsten Jahr auch Kinder eBikes im Verleih haben, darauf sind wir schon sehr gespannt.

3. Maria Sendlhofer-Schag: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hallo ich Heiße Maria Sendlhofer-Schag. Was habe ich mit der MTB-Branche zu tun, … hmm – ich seh mich gar nicht so als Teil davon (obwohl ich’s vermutlich bin.. ). Ich bin ein Bikefex bzw. Bikefex, das bin zum Teil ich (MTB Reiseanbieter) und ich arbeite im MTB Lehrteam der Alpenverein-Akademie mit. Ansonsten tu ich halt gern “Radlfahrn” 😉 aktuell als Meinungsbildner bei Giant Bicycles  / LIV auf einem Hail.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

ja, schon eher als zwei verschiedene Sportarten.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Naja, erstens – mit dem eMTB gehen Dinge, die mit einem ‚normalen‘ analog MTB so nicht  gehen (vgl. Uphillflow). Es gibt Fahrtechnikunterschiede und man muss auch eine andere Taktik behirnen 😉 Wobei ich aber dazu sagen muss – die Mega-Erfahrung auf den e-Rössern hab ich jetz definitiv nicht, hab da eher nur mal reingeschnuppert. Zum Mitredenkönnen und Neugierde stillen 😉

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Ich denke da müssen die e-Biker sehr diszipliniert sein, dass sie die analogen Radler nicht verheizen …

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Was wäre wenn … *pfuh* keine Ahnung. Mit Lösungsfindung für Probleme die noch nicht existieren tu ich mir schwer. Da halt ich mich eher an die Einstellung: Brücken baut man, wenn man zum Fluß kommt. Bei uns in Österreich sind wir ja grad eher damit beschäftigt, überhaupt fahren zu dürfen 😀

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich bin bei dem Thema so hin und hergerissen. Weil Spaß machen die Dinger, keine Frage. Andererseits denk ich mir: ‚Grüner‘ is das Rad definitiv ohne E. Der Mensch ist ein bequemes Gewohnheitstier und aus diesem Grund glaub ich, dass die e-Bikes allgemein einfach auf dem Vormarsch sind, und da bin ich mir dann gar nicht mehr sicher, ob ich das gut finde.

A) die Energie muss mal erzeugt werden (ja, ich weiß, das geht erneuerbar, aber – zu wieviel Prozent ist es der Strom aus der Steckdose tatsächlich?)

B) die Herstellung von so Akkupacks bzw. die Entsorgung (wie schaut’s den aus mit Recycling?) bzw., dass ein Akku halt nicht annähernd die Lebensdauer hinbekommt wie der Rest des Rads, … alles nicht so öko und sauber wie es dem Konsumenten verkauft wird. Meine Meinung. Und nein, auch das Carbon-analog Radl ist eigentlich in der Herstellung ein Ressourcenfresser 🙁

Aus diesem Grund kann ich mir (heute) nicht vorstellen, selbst ein eMTB / eBike zu besitzen. Da tret‘ ich dann doch lieber selber. Mit 18 war ich auch Feuer und Flamme fürs Motorradfahren, könnt mit meinem Gewissen aber heute den Besitz von so einem Spaßgefährt nicht vereinbaren …  Ich hoff, dass sich Punkto Batterie und Recycling noch richtig was tut in der Entwicklung (betrifft dann ja e-Mobilität im Allgemeinen).

4. Lutz Scheffer: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hallo Ich heiße Lutz Scheffer und bin seit 27 Jahren in der Bikebranche als Konstrukteur, Rahmenbauer, Designer und Erfinder tätig. Die groben Stationen: Konstrukteur und Designer bei Votec in den Gründungsjahren, Gründungsmitglied und Geschäftsführung der Firma Bergwerk- Bikes, Head of Design und Konstrukteur bei Canyon die letzten 18 Jahren und seit 1 Jahr bei der Firma Rotwild, als Leiter des ADP-Design-Centers in Garmisch-Partenkirchen.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Sowohl  als auch…! Unbestreitbar ist es das eMTBs eine neue Kategorie von MTBs mit neuen Möglichkeiten sind. Jeder unvoreingenommenen Biker erlebt auf Anhieb eine neue Dimension der Fahrfreude. Auf der anderen Seite trifft das eMTB die ursprüngliche Idee vom Mountainbike (wenn es sie denn je gegeben hat) genau ins Herz. Man kann bergauf und bergab die gleiche Freude an der Natur und am Fahrspaß haben. Gleichzeitig ist man beim eMTB nicht von irgendeiner künstlichen Infrastruktur abhängig. Liftfahrten und Shutteln? – Nicht notwendig!

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Ganz einfach: wenn ich von zwei oder drei Stunden voll Power eMTB fahren nach Hause komme, bin ich genauso fertig wie mit dem klassischen MTB. Insofern steht die körperliche Belastung in nichts dem anderer MTB-Sportarten hinterher. Gleichzeitig kann ich mich größtenteils auf schmalen Singeltrails bewegen und muss nicht zwangsläufig  auf Schotterwege und Forststraßen zum Hochfahren zurückgreifen. Trail fahren ist für mich wie Tiefschneefahren beim Ski.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Wenn jeder sportlich auf die gleichen Kosten kommen will: ein klares Nein. Der Nicht- E Biker fühlt sich latent gestresst und der eMTBler ist die meiste Zeit unterfordert.

Die Streckenwahl und die Art und Weise wie man fährt unterscheiden sich erheblich. Man fährt  wesentlich mehr Höhenmeter und Trails, die mit einem klassischen Bike schlichtweg nicht möglich sind.

Andererseits gibt es ganz viele Paare oder Freunde, die mit dem eMTB wieder zum gemeinsamen Fahren gekommen sind. Nach kurzer Zeit stellt aber der Nicht-eMTBler fest, dass er plötzlich derjenige ist, der dauernd hinterherhechelt. Am Ende des Findungsprozesses fahren beide eMTB .

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Können ist das Maß des Dürfens!

Vorweg: die Masse der Biker MTB wie eMTB fährt auf ganz normalen Wald- und Forstwegen- nur Prozentual wenige Biker fahren intensiv auf Trails. Bei eMTB ist der Trail-Anteil nochmals niedriger. Zum Trailfahren benötigt man eine gehörige Portion Fahrtechnik und diese fällt nicht vom Himmel.

Auf Trails gilt als wichtigster Grundsatz: Rücksicht auf andere Natursportler.

Fußgänger und Berggeher haben absoluten Vorrang (nicht Vorrecht): hier gilt die Trail Etikette: absteigen, höflich Grüßen und zur Seite gehen. Genauso verhält es sich bei der Begegnung von zwei Bikern: gegenseitige Rücksichtnahme.

Auf einem Trail derart unkontrolliert bergab fahren, so dass man nicht mehr bei einem unvorhersehbaren Hindernis/ Menschen/Tier halten kann, grenzt an strafbarer gefährlicher Körperverletzung. Ein bergabfahrender Biker hat kein Vorfahrtsrecht – Bike Parks, mit spezieller Richtungsanzeige, bilden die Ausnahme. Hier darf auch ein Biker auf speziellen Uphilltrails nicht bergab fahren.

Aber alles wird halb so heiß gegessen wie es gekocht wird: Meine Feundin ist ehrenamtliche Bergwacht Notärztin und unter anderem für die statistische Auswertung der Bergwachteinsätze mit Notarztindikation im Raum Garmisch-Partenkirchen, Grainau Mittenwald und Oberes Isartal zuständig. Bike Unfälle sind vergleichsweise selten und rangieren generell am Ende der Unfallskala aller erfassten Bergsportarten. Kollisionsunfälle zwischen Biker und Biker gab es in den letzten beiden Jahren keine, ebenso wenig wie zwischen Biker und Wanderern. E-Bike Unfälle sind derart selten, dass sie statistisch bisher nicht gesondert betrachtet werden.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Philosophisch gesehen unterscheiden wir Menschen uns von anderen Lebewesen durch den differenzierten Gebrauch von hochentwickelten Werkzeugen.

Homo technicus eben– ohne diese Kulturtechnik und den Gebrauch von Sprache  würden wir uns weder hier noch jetzt überhaupt über Mountainbikes unterhalten. Die Elektrifizierung des Sportgerätes MTB wird weiter Einzug halten und ist ein hochentwickeltes  Technikelement wie Schaltungen, Federgabel- Stoßdämpfer Scheibenbremsen und alles weitere am Mountainbike auch.

Nirgendwo macht die Technikentwicklung halt: Beim Klettern z.B. sind es leichte, haltbare Seile, Sicherungsgeräte und die Möglichkeit mittels Eisenbahn,  Auto und Flugzeug an die begehrten Spots zu gelangen.

Was uns zum Motorsport elementar unterscheidet, ist der Pedal-Kurbelantrieb und die erhebliche  Begrenzung von Leistung und Geschwindigkeit des unterstützend wirkenden emissionsfreien E-Motores. Nur ein Pedelec /eMTB lässt sich aufgrund des niedrigen Gewichts von ca. 1/3 des Fahrers hochheben und zur Seite stellen, um anderen Naturnutzern gefahrlos ausweichen zu können.

Deshalb  ist das eMTB dem Fahrradfahren rechtlich gleichgestellt.

Fahrradfahren ist eine Form des im Grundgesetz  verankerten Rechts auf freie Naturbetretung. Für uns Biker ist der freie Zugang zur Natur und die Benutzung  von Trails, fundamentaler Bestandteil des Sportes.

Jedes illegale und strafbare Tuning von Leistung- und Geschwindigkeitsbegrenzung, torpediert diese Grundüberzeugung und ist in  keiner Weise hinnehmbar. Wir müssen unsere Grenzen achten und verantwortungsvoll damit umgehen, wie überall im Leben auch.

5. Claus Fleischer: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen, was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Mein Name ist Claus Fleischer, ich bin am liebsten zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Bergen und auf Trails unterwegs. Seit über 35 Jahren bin ich im DAV, fahre seit ca. 25 Jahren Mountainbike und auch leidenschaftlich gerne eMountainbike.

Seit rund 5 Jahren bin ich Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems und kann so Beruf und Hobby perfekt miteinander verbinden.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

eMountainbiken ist für mich eine Erweiterung und Ergänzung des Mountainbikens.

Der Elektromotor erweitert die Möglichkeiten, indem er den eMountainbiker in vielen Fahrsituationen unterstützt. Sportlich gesehen ist es eine neue Kategorie, da die Fahrleistungen bergauf nicht vergleichbar sind. Es kommen auch neue Fahrtechnik-Aspekte hinzu.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Das eBike und damit das eMTB sind Bio-Elektrische Hybride, d.h. ohne die Tritt-Leistung des Radfahrers liefert der Motor keine elektrische Unterstützung.

Sowohl das eMTB als auch das klassische MTB sind Fahrräder. Das bedeutet, man benötigt die gleiche Fahrtechnik als Basis, und fährt auf den gleichen Trails im Wald und in den Bergen.

Das Erlebnis in der Ebene und bergab ist dasselbe, lässt man das Gewicht der Räder unberücksichtigt. Bergauf hat man mit dem eMountainbike neue Möglichkeiten, um technische Trails und Sektionen im Uphill Flow zu meistern.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Bikern mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Ein klares JEIN, es kommt darauf an.

Ja – bei Leistungsunterschieden in der Gruppe. Allerdings nur, wenn ein sonst schwächerer Radfahrer mit dem eBike durch die Wahl der Unterstützung diese Differenz ausgleicht und sich an die Gruppe ohne Elektromotor gut anpassen kann.

Nein – wenn sich in einer leistungsstarken Gruppe auch der eBiker an seine Grenzen bringen oder austoben möchte, und dadurch die neuen Leistungsunterschiede zu unangenehmer Dynamik in der Gruppe führen. In diesem Fall sind Differenzen vorprogrammiert.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du, es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja, was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Diese Begegnungen werden sicherlich zukünftig häufiger vorkommen. Allerdings müssen alle MTB und eMTB Fahrer auf Sicht fahren und ihre Geschwindigkeit entsprechend einschätzen.

Wir alle haben eine große Aufgabe vor uns: der Appell an Respekt, Toleranz und Rücksichtnahme zwischen allen Nutzergruppen auf den Trails. Das sollten auch eMountainbiker beherzigen. In Regionen mit vielen Naturnutzern müssen ggf. lokal und zeitlich abgegrenzte Lenkungsmaßnamen ergriffen werden.

6. Was möchtest Du selbst noch zum Thema gerne sagen?

Mir ist wichtig, dass eBike und eMTB auch zukünftig als Fahrräder gelten –  mit allen Rechten und Pflichten. Diesen Status müssen wir schützen und erhalten, damit die Radfahrer auch weiterhin auf Waldwegen und Trails die Natur genießen können. Deswegen setzen wir uns bei Bosch eBike Systems auch gegen Tuning ein; d.h. gegen das unzulässige Manipulieren der Abschaltgeschwindigkeit von 25 km/h.

6. Patricia Roth: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Ich bin Patricia Roth, wohne mit meiner Familie in der Nähe von Zürich und habe vor 9 Jahren zusammen mit Andrea Hahn die Bike Agentur gegründet. Wir beraten Regionen, Hotels und Tourenveranstalter im MTB Produktmanagement  und unterstützen diese auch bei der Vermarktung ihrer Region, ihres Hotels und ihres Angebots.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

E-MTB ist für mich ein Stück des grossen MTB-Kuchens.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Der Unterschied zwischen MTB und E-MTB ist für mich zu gering um daraus eine eigene Sportart zu machen. Es wird die gleiche Infrastruktur benötigt, die gleiche Ausrüstung, es geht auch um Trailspass.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Einfacher ist es, wenn es reine E-MTB oder reine MTB Gruppen sind. Wenn aber konditionell schwächere Fahrer mit einem E-MTB in einer „normalen“ Gruppe mitfahren und sich entsprechend rücksichtsvoll verhalten ist das kein Problem. Das ist dann ja das gleiche, wie wenn eine heterogene Gruppe miteinander unterwegs ist. Da ist Rücksicht und Respekt genauso gefragt.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Ich glaube, dass die grosse Masse der E-MTBer den Motor nutzen um einfacher auf den Berg zu gelangen. Ganz gerne auf Forststrassen. Aber auch wenn Trails hochgefahren werden ist das bei vernünftiger, rücksichtsvoller Fahrweise kein Problem. Schliesslich haben die abwärtsfahrenden Biker kein Vortrittsrecht. Die abwärtsfahrenden Biker teilen die Trails – mit Wanderern, mit Trailrunnern, mit Jägern und eben auch mit Biker, die hochfahren (mit oder ohne Unterstützung). In Bikeparks oder speziell angelegten Trails zum Runterfahren ist die Sachlage natürlich eine andere. Aber die Strecke ist auch kein Shared-Trail. Und da besteht die Möglichkeit Uphill-Trails zu bauen, so wie es zum Beispiel Ernesto in Massa Vecchia macht.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Weniger Polemik, mehr Rücksicht und Toleranz!

7. Christian Piccolruaz: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hi, ich bin Christian Piccolruaz, Geologe, staatl. gepr. Berg- und Skiführer, Trailbauer, MTB-Guide, E-Biker, EMTB-Magazin-Testcrewmitglied, KTM-Teamfahrer.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Beides ist Mountainbiken!

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Man geht biken, fährt dieselben Trails, springt dieselben drops, verwendet dieselben Reifen, powert sich gleich aus und fühlt sich nachher genauso zufrieden. (Ich spreche von Pedelecs und nicht von Gasgriff-E-Bikes)

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Gemütlich kanns funktionieren. Wenn die Leute Gas geben und Grenzen ausloten, funktionierts logischerweise nicht, da die Geschwindigkeiten zu unterschiedlich sind. Die unterschiedlichen Gewichte der Bikes spielen bei Trageaktionen eine Rolle. Zuletzt spielen manchmal auch Vorurteile eine gewisse Rolle…

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Auf offiziellen Downhill-Singletrails ist es dumm und sehr gefährlich, hochzufahren. Auch inoffizielle, sehr stark frequentierte Trails, die bergab führen, sind ein Problem.

Sonst ist alles easy und gut, hatte selbst noch nie Probleme oder brenzlige Situationen.

Langfristig wird es sicher eigene uphill-Strecken geben…

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

„The E-Bike is just the better bike!“

8. Martin Pirhofer: E-Mountainbiken ist...

1.Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Martin Pirhofer, Besitzer des Bikehotels Jagdhof in Latsch-Vinschgau. Ich bin selbst ausgebildeter Bike-Guide und mehrfach im Jahr mit unseren Gästen unterwegs.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Auf keinen Fall, für mich sind beide gleich und untrennbar.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Da ich beides mache und festgestellt habe wenn die Köpfe der Biker, egal welcher Art wollen gibt es keinen Unterschied. Im Gegenteil ich sehe sogar mehr Möglichkeiten bestimmte Touren gemeinsam zu machen.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Ja, wenn auf beiden Seiten die Vorurteile ausgeblendet werden und sich der e-Biker am Fahrtempo des „normalen“ Bikers anpasst.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Ich mach mir hier bei uns in Südtirol auch schon länger Gedanken über das Thema „Uphillflow“ und stehe dem nicht sonderlich freundlich Gegenüber, da das Bergauffahren auf unseren Trails sicherlich mehr Gefahren mit sich bringt, die nicht außer Acht zu lassen sind. Sollte das Thema wirklich akut werden bin ich der Meinung werden wir hier Trails mit einem Einbahnsystem ausweisen müssen.

Ich finde aber auch, dass zum Erreichen eines Traileinstiegs auch die Auffahrt über einen Forstweg Spaß macht.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich merke hier vor Ort, dass das Thema e-Bike jedes Jahr mehr Freunde bekommt und somit auch die negativen Meinungen bis in ein oder zwei Jahren völlig vom Tisch sein werden.

9. Markus Emprechtinger: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Markus Emprechtinger – Bergführer, Mountainbike Guide und Fahrtechniktrainer. Nach vielen Sommern, die nahezu ausschließlich dem Führen von Transalps gewidmet waren, stehen jetzt klar die Enduro Touren im Vordergrund. Zwar richtet sich mein Reiseprogramm (zu finden auf www.flatsucks.at) immer noch primär an den ambitionierten Trailbiker ohne Motor, aber der E-Bike Trend ist nicht aufzuhalten.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Im Führungsbereich macht es fast keinen Unterschied. Die Wege, auf denen man sich bewegt, sind die gleichen und bergauf kurbeln muss man trotz dem Motor immer noch.

Privat sieht die Welt jedoch anders aus. Der Unterschied E-MTB zu MTB ist für mich ähnlich groß, wie jener zwischen MTB und Rennrad. Beides Fahrräder, aber definitiv nicht das Gleiche.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Bergauf kann man mit dem E-Bike, bedingt durch die gleichmäßige Belastung und den nicht zu hohen Puls zwar super Ausdauer trainieren, die Kraftkomponente rückt aber etwas in den Hintergrund. Durch die Motorunterstützung fallen die sonst beim Mountainbiken typischen Kraftspitzen beim Antritt weg.

Viel gravierender ist für mich aber der Unterschied bergab. Der Fahrspaß am Trail leidet deutlich unter dem (noch) hohen Gewicht der E-Bikes.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Das funktioniert prima. Die E-Biker müssen sich ein bisschen zurück halten und viel im Eco Modus fahren. Ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht. Einzig auf flachen Radwegen und Straßen ist es teilweise suboptimal. Normale Biker fahren dort oft über 25km/h, was dazu führt des E-Biker auf Grund der fehlenden Motorunterstützung bei diesen Geschwindigkeiten nicht mehr mitkommen.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Probleme gibt es meistens wenn verschiedene Interessen aufeinander treffen. Auf Naturtrails sehe ich allerdings kein wirkliches Problem. Trailrunner sind schneller bergauf als E-Biker und man muss sowieso auf Sicht fahren, also nichts Neues.

Extra zum bergab fahren gebaute Trails mit Sprüngen usw. brauchen aber eine klare Einbahnregelung. Hier muss man einfach davon ausgehen können, dass niemand entgegen kommt.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Die Frage ob E-Bike ODER normales MTB stellt sich für mich nicht, es ist ein klares UND. Beides hat seine Vorzüge und je nach Einsatz wähle ich aus, was für ein Bike aus dem Keller kommt.

Das beste am E-Bike ist, dass jetzt viele Menschen verstehen worin der Reiz des Mountainbikens liegt und den Sport nicht mehr kategorisch ablehnen. Ich sehe darin die Chance des Erreichens einer kritischen Masse an Sporttreibenden in diesem Bereich, welche früher oder später zwangsweise auch in Österreich zu mehr Akzeptanz und einer weitläufigen Legalisierung des Bikens im Gelände führen sollte.

10. Marc Brodesser: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hi, mein Name ist Marc Brodesser, Baujahr 1985, meines Zeichens (E-)MTB-Fahrtechnik-Trainer, Online-Redakteur und Youtuber bei Liquid-Life.de. Von mir sind zwei Fahrtechnikbücher im BLV Verlag erschienen, eins davon mit dem Fokus auf Pedelec-Fahrsicherheit. Mein Arbeitsplatz ist im schönen Hochsauerland gelegen und befindet sich in der oberen Etage über dem Bikeshop von Liquid-Life, was ich sehr cool finde. Denn den Weg zur Arbeit schreit mit seinen 12 Kilometern nach dem Pendeln per E-Bike oder Rennrad bzw. MTB!

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Für mich ist Beides einfach Radfahren. Mit dem E-MTB kannst Du sowohl Radfahren oder Radsport betreiben, da Dir der Motor die Wahl lässt, ein normales MTB ist sobald Höhenmeter ins Spiel kommen immer ein Radsportgerät. Technisches Bergauf-Fahren gab es auch vor den E-MTBs, doch jetzt können mehr Menschen dies erleben – super!

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Draufsetzen und Fahren – fühlt sich für mich Beides nach Biken im Gelände an, haha 😉 Ich fahre mein FLYER Uproc seit Anfang 2015 und es ist für mich mein spezielles Mountainbike, da der Bosch-Motor mir mehr Speed bergauf oder entspannteres Pendeln ermöglicht. Manual, Bunny Hop und Co. gehen damit auch super, natürlich ist es etwas länger und schwerer, fahre es in L, ich denke in M ginge das beides noch etwas einfacher.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Klar, bestens! Die E-MTBs gleichen das Leistungsgefälle aus und wenn sich die E-Biker/innen gut benehmen und bei der Gruppe bleiben ist das doch super so. Ich gebe ja sehr viele Fahrtechnikkurse und gemischte Gruppen gehören heute zur Normalität, selbst in den Fortgeschrittenen-Kursen.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Gute Frage, die Zeit wird sie beantworten. Wie gesagt, einen Trail bergauf als Challenge mit technischen Schlüsselstellen zu fahren, haben wir auch schon immer gemacht. Jetzt sind mehr Leute dazu in der Lage dank E-MTBs, man kann da nur auf deren gesunden Menschenverstand hoffen! Einen stark frequentierten Bergab-Trail meidet man für Uphill-Challenges natürlich, da muss man es realistisch einschätzen.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Liebe Leute, fahrt Rad und habt Spaß 🙂 Belegt Fahrtechnikkurse und übt selber spielerisch auf dem E-MTB oder MTB – worauf Ihr Spaß habt! Selbst auf dem Stadtrad übe ich gerne Balance und andere Basics – so wird der Weg zum Einkaufsladen spannender!

11. Stefan Schlie: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Stefan Schlie, BJ 1972, Trialurgestein, ehemaliger Deutscher Meister, Mannschaftsweltmeister, und Vizeweltmeister in verschiedenen Trial Kategorien.

Aktuell eMTB Pionier, auch Mr. Uphill Flow genannt. Die gleichnamige Kampagne wurden von Claus Fleischer, CEO Bosch eBike Systems und mir ins Leben gerufen und ist nun Mittelpunkt aller Bike Aktivitäten.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Für mich ist eMountainbiken ganz klar eine neue Disziplin, eingeordnet in alle anderen Bike Disziplinen.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Man kann natürlich dann wiederum auch innerhalb des EMountainbikens Unterkategorien schaffen wie Uphill dominant oder Downhill dominant, für solche, die eBikes eher als Lift- oder Shuttle Ersatz verstehen. Grundsätzlich macht man aber mit einem eMTB genau das, was man mit MTB´s allgemein machen will. Man bekommt nur neue Uphill Möglichkeiten durch den Motor dazu. Deswegen neue Kategorie in der Sportart Mountainbiken.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Ganz klar ja, wenn der eBiker sich einer Bio Biker Gruppe anschliesst und sich ganz nach Etikette benimmt. Nicht souverän zulabern wenn die andern im Hochpulsbereich sind und nicht hektisch vor und zurückfahren sind das Rezept dafür. Wenn jedoch Normalbiker mit Bio Hybriden mitfahren wollen und in der Unterzahl sind, dann bringt das sicherlich keinem Spass und macht keinen Sinn. Kommt aber am Ende alles auch die Erwartung und Absprache bezüglich der Tour an.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Ganz ehrlich… wer denkt sich denn so einen Quatsch aus? Auf Wegen, die nicht eindeutig als Abfahrtsstrecken gekennzeichnet sind muss der stärkste, also der schnellste Teilnehmer Rücksicht nehmen. Und das sind die Biker, die Runterfahren. Jederzeit auf Sicht fahren und jederzeit bremsen können ist das Thema. Und auf Sicht fahren bedeutet sehen können. Wo könnte nun also das Problem kommen? Ja richtig, da wo man nichts sehen kann. In einer Kurve! Genau! Aber wenn da wo man nichts sieht nun eine Frau mit Kinderwagen steht, oder ein Wanderer oder ein sehr langsamer Mountainbiker runterschiebt, dann gelten die gleichen Gesetze. Andauerndes Gegenargument an der Stelle… Aber der eMountainbiker ist uphill viel schneller… Ja! Und der Bergläufer ist vielleicht im steilen noch viel schneller! Also bitte Leute! Trail Sharing.. Spass für alle… Keine dummen Argumente suchen! Einfach nur Respekt!

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich freue mich, dass ich jedes Jahr mehr glückliche Menschen sehe, die durchs eBiken mehr Spass, Freiheit, Bewegung, Action und Naturerlebnis geniessen dürfen. Bin auch stolz als Multiplikator für dieses phantastische Thema vor allem mit BOSCH auftreten zu dürfen. Wir sind Zeitzeugen einer Epoche, wo diese neue Disziplin neue Möglichkeiten erschafft und für viele Menschen ein neues Lebensgefühl darstellt und Menschen glücklich macht. Dieses Thema weckt so viele Begehrlichkeiten in allen möglichen Zielgruppen, wie kaum ein anderes Thema in den letzten Jahren… Kommt mir fast vor, wie die Lawine des Smartphones, das auf einmal jeder wollte.

12. Antje Kramer: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Mein Name ist Antje Kramer und ich bin 7-fache Deutsche Meisterin im Downhill und Enduroeuropameisterin (Master).

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Ne,für mich ist das natürlich die gleiche Sportart, nur das ich eine Unterstützung beim Uphill habe.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Weil ich mit beiden Bikes das gleiche machen kann…nun jaaaa, bis auf, dass ich coole Trails, die ich sonst runter heize auch hoch fahren kann und ich endlich mal wieder mit den Jungs trainieren kann 😉

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Auf jeden Fall, wenn man als E-Biker nicht Vollgas den Berg hochradelt und oben rum protzt.

Schön ist, das ein Leistungunterschied perfekt ausgeglichen werden kann. So entsteht eine homogene Gruppe und der Leistungsstarke fühlt sich nicht unterfordert und der Schwache nicht überfordert – so haben beide Spaß! Wenn`s runter geht spielt das ja eh keine Rolle mehr 😉 – und liebe Männer, so hätte Euer Mädel vielleicht auch mal Lust ne Runde mit Euch zu drehen 😉 ..*lach*

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Ach Quatsch! Ich glaub es wird keine Probleme geben, wir wollen doch alle Spaß haben..!

Man muss doch immer aufpassen, ob ich runter oder hoch fahre, ob ein Fußgänger den Trail hochgelaufen kommt oder, ob man einen Reiter trifft, einen Enduromotorcrosser usw…

Ich habe auch schon gehört, das es Bikeparks gibt, wo Uphillstrecken angelegt worden sind, das ist doch auch ne coole Sache und es macht so einen unglaublichen Spaß anspruchsvolle Trails hoch zu fahren..:-)

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich es eigentlich gar nicht mehr hören. Ich versteh auch die Leute nicht, die gegen E-Bikes sind. Mensch, das ist eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist und wenn jemand sagt, das ist nicht Biken für mich, dann soll er sich halt nicht auf ein E-bike setzten – so einfach ist das! Ich bin soooo froh, das es E-Bikes gibt, denn sonst hätte sich das Biken für mich wegen meines kaputten Knies erledigt. Es streikt einfach, wenn es berghoch geht und die Schmerzen sind nur schwer erträglich. Aber mit dem E-Bike ist das alles kein Ding mehr, das Knie wird einfach entlastet und so habe ich wieder mega Spaß, kann wieder überall und mit jedem mitfahren und das macht mich einfach Glücklich!!!

Also liebe Radhersteller (Giant/LIV 🙂 ) – schön weiterentwickeln! Ich liebe mein E-Bike – nun jaaaa – nen bißchen leichter könnten sie noch werden…*lach*

13. Mitch Schlecht: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Ich heiße Mitch Schlecht und bin Produktmanager bei SQlab.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Im Grunde beides, ich würde es als dieselbe Sportart einstufen, die einfach noch etwas mehr kann und breiter gefächert ist.

3. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Absolut, gerade hier bringt es Menschen mit demselben Interesse zusammen, endlich kann ich wieder mit super fitten Kumpels fahren und befinde mich im selben Pulsbereich.

Meine Frau traut sich auch an Bergtouren, die sie früher vielleicht ausgelassen hat, weil sie Angst hatte in der Gruppe nicht mithalten zu können.

Ein E-Bike bringt nicht nur mehr Menschen auf Rad sondern gruppiert Menschen, die so vielleicht nie, oder schon lange nichtmehr miteinander gefahren sind.

4. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Im ernst, einer der bergauf dem „Uphillflow“ verfallen ist wird zur Gefahr? Gefährlicher als einer der dem Downhillflow verfallen ist??

Ich denke nicht! Im Gegenteil, wenn ich bergauf jederzeit anhalten und anfahren kann bei Gegenverkehr weil ich die nötige Unterstützung habe und nicht das „in Schwung bleiben“ mein einziger Gedanke ist, bin ich da wirklich sehr entspannt.

Im Übrigen eine häufige Beobachtung, E-Biker sind bergauf immer wesentlich entspannter, vorausschauender und auch freundlicher, da diese nicht verbissen mit brutaler Kraftanstrengung nach oben keulen. Die E-Bike Fraktion hat meist noch Luft für ein freundliches „Grüß Gott“.

Natürlich gibt’s auch die Kehrseite der Medaille, manch ein E-Biker der sich auf den heimischen Trails herumtreibt und da vielleicht mit getuntem Bike Bestzeiten fahren will , ist sicher eine Gefahr für mit Sportler oder Fußgänger. Schwarze Schafe gibt’s immer und gerade hier sollte man das nötige Verantwortungsbewusstsein mitbringen.

Man sollte aber bedenken, dass ein gut trainierter MTB Enthusiast sicherlich deutlich schneller auf seinem 29-Zoll Carbon Hardtail entgegenkommen kann als ein E-Biker .

5. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich denke das E-Bike is aus meiner beruflichen Sicht ein Segen, da unsere Branche natürlich sehr davon profitiert. Auch diverse Tourismus-Branchen werden hier sicher einen Anstieg spüren. Ich persönlich bin sehr dankbar, dass es E-bikes gibt, sie haben meinen Sport in allen Bereichen sehr verbessert.

  • Ich “ring” mich wesentlich öfter zum Fahren durch!
  • Das miteinander unterschiedlichster Trainingsstufen ist besser!
  • Die gemeinsamen Fahrten mit meiner Frau haben sich deutlich verändert, was den gemeinsamen Speed / Distanz angeht!
  • Meine Reichweite / Höhenmeter / Geschwindigkeit ist deutlich angestiegen!
  • Und vor allem der Spaß, den ich dadurch dazugewonnen habe, ist phänomenal!
14. Heiko Mittelstädt: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hallo, ich bin Heiko Mittelstädt. Ich bin 47 Jahre alt und habe eine Familie. Seit 25 Jahren fahre ich mit dem MTB überwiegend Touren im Mittelgebirgsraum. Schon immer habe ich pauschale Bikeverbote nicht verstanden. Als die DIMB 2014 gegen die 2 Meter Regel in Baden-Württemberg eine Petition gestartet hat, habe ich ehrenamtlich das Projekt geleitet. Dieses ist dann so viel Arbeit geworden, dass ich seit 3 Jahren für die DIMB hauptberuflich, als Projektleiter im Bereich „Open Trails“, arbeite. Wir setzen uns dort mit dem Thema Mountainbikeverbote und Betretungsrecht auseinander. Das bedeutet, neben viel Abstimmungsarbeit im Internet und in den sozialen Medien, auch auf Kongressen, Messen und Sitzungen für die DIMB präsent zu sein.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Für mich fällt es unter den Oberbegriff Mountainbike. Wichtig ist aber die Begrenzung auf 250W, 25km/h. Nur dann ist ein E-Mountainbike als Fahrrad eingestuft und darf auch im Wald fahren.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Nach meiner Beobachtung verwenden die E-Mountainbiker das Fahrrad um Touren verschiedenster Schwierigkeiten zu fahren. So wie Mountainbiker bisher auch. Eine extra Kategorie scheint mir unnötig.

Aber so wie sich Mountainbike im Bereich des Sportes in verschiedenen Disziplinen aufgespalten hat, so könnte es beim E-Mountainbike vielleicht auch eine eigene Wettkampfdisziplin im Bereich Uphill geben. Das werden aber nur Wenige gezielt so ausüben. Die meisten werden Touren fahren.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Das hängt von der Gruppe und dem Mischungsverhältnis ab. E-Mountainbikes können gut geeignet sein um leistungsschwächere Personen in eine Gruppe einzubinden. So können neue Zielgruppen überhaupt erst angesprochen werden.

E-Mountainbikes können eine Gruppe aber auch sprengen, wenn bergauf die Fahrer ohne Motor abgehängt werden. Oder auf der anderen Seite, wenn es in schwierigem Gelände Tragepassagen gibt, die mit dem E-Mountainbike schwer zu bewältigen sind.

Ich denke in einer Gruppe sollte es vorher abgesprochen sein, wenn Fahrer mit einem E-Mountainbike teilnehmen. Dann gibt es, mit etwas Planung und gegenseitiger Rücksichtnahme, aber keinen Grund warum es nicht zusammen funktionieren sollte.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Es gehört für mich dazu auch einen Trail bergauf zu fahren. Das ist für mich schon immer ein Teil des Mountainbikens und ich liebe die Herausforderung, ob ich einen Trail ohne Abzusteigen hochfahren kann. Im Gegenzug fahre ich auch bergab so, dass ich immer damit rechne, dass mir jemand entgegenkommen kann. Vor unübersichtlichen Stellen muss man dann halt etwas langsamer machen. Das gebieten auch unsere DIMB Trailrules unter Punkt 3.

https://www.dimb.de/aktivitaeten/open-trails/trail-rules

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ein persönliches Anliegen von mir ist, dass MTB ein Breitensport bleibt, der auch mit preiswertem Material ausgeübt werden kann. Die finanzielle Einstiegshürde sollte niedrig sein. „Mountainbiken macht viel Spaß“, soll unsere Botschaft sein. Ein Motor, oder auch viele andere technische Neuerungen, sind dazu keine zwingende Voraussetzung.

15. Christoph Malin: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Mein Name ist Christoph Malin aus Absam bei Innsbruck. Seit 1985 Alpin Singletrail Biker, und seit 2015 am eMTB unterwegs. Gründer der Innsbrucker Vertrider (Alpin Freerider), Mitbegründer des Innsbrucker Nordketten Singletrails und EinsEinser Trails im Stubaital. In den 2000er Jahren Testleiter beim „Mountain BIKE“ Magazin, dann Redakteur & Tester beim „Bike“ Magazin, später Werks-Testfahrer (Liteville 301, 901, 601). Seit 1990 Fach- und Reisejournalist, Fotograf, Filmemacher, Berater in der Fahrradindustrie und Tourismusbranche mit Schwerpunkt (e)MTB, Mitglied Arbeitsgruppe „Mountainbike Modell Tirol 2.0“ des Landesforst, Mitglied & Mitgründer Bundeslehrteam MTB des Österr. Alpenvereins. Seit 2015 fürs eMTB Magazin (Delius Klasing) als Tester und Fotograf mit eMTBs unterwegs, und das hat mein Bike Leben noch einmal positiv verändert. Ich nutze den Standortvorteil Innsbruck, da wir die Berge und Höhenmeter vor der Haustüre haben und Testbikes, Zubehör und eMTB Motoren sehr gut auf den Zahn fühlen können. 32 Jahre am Bike vergehen wie im Flug, irre wie sich die Branche und die Technik verändert hat, aber auch der MTB Sport an sich. Die Liebe zu den Bergen, zur Natur und zum hochalpinen Trailbiken bleibt.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Der Mountainbike Sport ist einem konstanten Wandel unterworfen und mit vielen Sub-Disziplinen extrem facettenreich. Dennoch: Seit über 30 Jahren macht der Großteil der Biker im Mittelgebirge, den (Vor)Alpen im Wesentlichen dasselbe: Man pedaliert auf Forststrassen einen Berg hoch, genießt oben die Aussicht, eine Jause, und fährt auf Forstrassen oder Trails wieder runter.

Seit den 90er Jahren erleben wir eine Konzentration auf die extremeren Ausprägungen des Mountainbikens nicht nur im Rennsport: DH, Dual Slalom, 4-Cross, Freeride, Red Bull Rampage, Northshores in Kanada, Alpines Vertriden, Bikebergsteigen uvm. Dazu der Alpencross und Enduro Boom, Seilbahnen, Bike- und Trailparks, Shuttles.

Und jetzt erleben wir erneut eine diesmal disruptive Innovation im MTB Sport: das E-Mountainbiken. Es stellt alles auf den Kopf. Mountainbiken wird auf einmal viel ganzheitlicher – denn es geht nicht mehr nur um Abfahrten oder um die Quälerei bergauf, oder wer ist der Härteste – sondern um den Spass an sich. Warum wir eigentlich Mountainbike fahren. eMTBs machen sehr viel Spass, sie sind die Chance, dass Mountainbike ein echter Breitensport wird. Ich sehe es als neue erweiternde Disziplin innerhalb des MTB Sports.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Das eMTB krempelt momentan den MTB Markt komplett um, und erschüttert und erneuert die Bikebranche in einer nie zuvor da gewesenen Art und Weise.

Grundsätzlich nutzt ein eMTB alle Technologien des MTB (Fahrwerk, Rahmenbau, Geometrien, Zubehör etc). Allerdings erweitert das eMTB durch die hybride Bauweise und die progressive Kraftverstärkung des Arbeitsinputs des Sportlers alle Fahrdynamiken und Nutzungsaspekte des klassischen MTB enorm.

Denn sportlich und in der Anwendung gesehen ist das eMTB eine völlig neue Dimension: Man kann härter, höher, weiter fahren und sich ganzheitlicher auspowern. Bergauf ergeben sich fahrtechnisch ganz neue Möglichkeiten, alle Muskelgruppen und eine sehr gute Ausdauer sowie Koordination sind gefragt.

Das sind ganz neue Herausforderungen und das macht E-Biken total spannend. Das disruptive eMTB verändert wieder einmal alles, klassische Denkstrukturen werden aufgebrochen, eine Erneuerung findet statt. Also ein neuer Sport im Sport.

Dazu kommt noch ein, für mich in den Alpen besonders interessanter, alpin-„bike“-historischer Kontext. Als absolut Singletrail fanatische Innsbrucker Vertrider, bzw. Steilwand Pioniere, haben wir uns nie um Konventionen gekümmert, und einerseits viele Erstbefahrungen in den Alpen gemacht, unsere Bikes stundenlang Berge hochgetragen, um dann auf schwierigen alpinen Routen abzufahren.

Aber wir sind andererseits immer offen für Seilbahnunterstützte Touren gewesen, und sind da auch gerne an die Grenzen dessen gegangen, was in einem Gebiet in dem Seilbahntouren möglich sind, an einem Tag mit MTBs möglich ist.

Das waren zB in Serfaus 13.500 Tiefenmeter an einem Tag, oder im Zillertal gigantische Seilbahnrunden mit 14.500 Tiefenmetern und noch genügend Uphill Höhenmetern und Gesamtkilometern.

Einige von uns sind auch absolut an die Grenzen gegangen: Ur-Vertrider Willi Hofer (Begründer der Singletrail Skala) hält den unglaublichen Rekord am Innsbrucker Nordketten Singletrail: in 12 Stunden 29 Fahrten mit 30.305 abgefahrenen Höhenmetern, auf einer der aller schwierigsten Strecken der Welt. Und ich bin, so wie andere auch, den NKST seit Eröffnung 2004 fast 3.500 mal runtergefahren. Fahrer wie Christian Piccolruaz, Benni Purner oder eben auch Willi Hofer noch öfter.

Wir waren und sind hier in Innsbruck de facto also sehr fanatische Singletrail Biker, die möglichst lange, weite, hohe Trailtouren schätzen und kennen, auf denen wir gerne an die Grenzen gehen – vom Material und vom Fahrer.

Wenn ich jetzt aber daran denke, dass ein eMTB eine „Seilbahn quasi eingebaut“ hat, eröffnen sich viele neue Möglichkeiten mit dem eMTB mehr an die Grenzen zu gehen, als es je mit einem klassischen MTB möglich war.

So komplett „ausgelöscht“ wie auf einigen eMTB Enduro Touren der letzten 2 Jahre haben wir uns nicht mal bei den ärgsten Vertride Touren. Denn man macht mehr (schwere) Trail Abfahrten pro Tag als jemals zuvor, die Anstrengung ist hier ja genauso da. Bergauf kann man sich beim eMTB unglaublich auspowern – viele Abschnitte von Trails, bei denen wir die Bikes früher sofort getragen haben, weil es bergauf sonst einfach zu anstrengend war, trialt man jetzt mit dem eMTB hoch.

Das erfordert eine sehr sehr gute Koordination, Fahrtechnik und Kondition.

Es ist unfassbar, was ein sportlicher Enduro Biker auf einem eEnduro an Tagestourenhöhenmetern und KM absolvieren kann, und sich dabei total effizient auspowern. Und dabei meine ich nicht, sich am Anschlag kaputt zu fahren wie man es früher gemacht hat, sondern mit einer gleichmäßigen Belastung unterbrochen durch Trial Sektionen und Rhythmus Wechsel über viele Höhenmeter auspowern. Das ist sehr faszinierend. Wer diese neuen Möglichkeiten und Challenges besonders im alpinen Bereich nicht versteht, dem ist nicht mehr zu helfen.

Zudem kommen mit dem eMTB fahrtechnisch ganz neue Spielarten auf uns zu, da der Motor durch die progressive Kraftverstärkung ganz neue Fahrmanöver erlaubt. Wir passen uns jetzt seit 2-3 Jahren beim Vertriden an das eMTB und seine Möglichkeiten an, lernen jede Woche dazu, und fahren im Prinzip nun (fast) alles auch mit dem eEnduro was wir früher analog gemacht haben. Und noch viel mehr.

Das ist spannend, bringt aber auch viel Verantwortung. In der Fahrtechnik ist man mehr denn je gefordert, alpine Steige und Wege absolut schonend zu befahren, und hier gibt es mehr denn je Schulungs- und Kursbedarf, also wieder eine Chance mehr z.B. für Fahrtechnik Schulen und Singletrail Camps- und Workshops.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Wenn sich die Frage auf Bike Guiding bezieht: Ja – wenn der Guide eMTB fährt.

Grundsätzlich sind MTB Gruppen in der Führungsdynamik so ziemlich das anspruchsvollste was es gibt, Stichwort „Schlechte Kommunikation“, „Hohe Geschwindigkeiten“, „lange Distanzen“ – da ist es extrem hilfreich wenn der Guide auf dem eMTB sitzt.
Ich hatte im Oktober 2016 erstmals die Möglichkeit auf La Palma 2 Wochen mit einem eEnduro zwei Gruppen zu guiden – und wer La Palma kennt, weiss wie anspruchsvoll das Terrain und das Guiding dort ist (Ich guide dort seit 2007 für meinen Freund Philipp Foltz von Atlantic Cycling, und habe die Big Mountain Week gegründet).

Da war ich also als Guide mit eMTB unterwegs, die Gruppen bis auf 1 TN auf klassischen MTBs – und ich ganz schön nervös, ob es funktionieren würde.

Am Anfang gab es erstaunte Blicke, aber schon am ersten Tag lernten die Leute sehr schnell zu schätzen, dass ich als Guide dank eMTB im Bedarfsfall jederzeit vorne, hinten oder in der Mitte sein konnte. Ich war auch bergab nicht langsamer, ganz im Gegenteil, ich konnte natürlich alles fahren was sie konnten, das hat einige überrascht.

Bergauf war ein interessanter Unterschied, dass ich zu 99% fahren konnte, wo die Gruppe normalerweise die Bikes trug oder schob.

Da habe ich mich aber sofort zurückgenommen, und das Bike natürlich auch geschoben und getragen, bis alle gelächelt und gesagt haben: „Fahr endlich, wir möchten sehen wie das bergauf geht“. Und dann fährst Du das halt hoch und die Leute beginnen zu begreifen, das das schon faszinierend ist, was mit einem eMTB bergauf möglich ist. Sie beginnen zu verstehen, dass eMTB nicht nur „bergab“ sondern auch „bergauf“ viel Spass macht – eine neue Dimension.

Man bekommt dann während so einer Woche viele Fragen zum Thema eMTB („was würdest Du für eines empfehlen, welche Motoren sind gut, wie ist das mit dem Akku einteilen, was ist bei der Tourenplanung anders, welche Marken kannst Du empfehlen, wie ist das fahrtechnisch“ etc.).

Einen weiteren Effekt den ich beobachten konnte: Das „Macho“ Gehabe, das wir früher in den Gruppen teils hatten, hört sich auf.

Es gibt beim Führen immer Alpha Tiere die Dir als Guide von hinten auf den extrem langen Trails auf La Palma Druck machen, und sich im Pulk dann gerne abwechseln, bis Sie meinen Dich „durch“ zu haben. Das gibt es halt, und beim Guiding greifst Du dann entsprechend gestaltend ein.

Der Witz ist aber: Mit dem eMTB hast Du die Alphas Bergab und Bergauf mehr denn je entspannt im Griff, und viele Situationen entstehen erst gar nicht – was wiederum die Gruppe entspannter macht. Der Flow ist dann wirklich nachhaltig da, der Landschaftsgenuss und das positive Gruppenerlebnis wird verstärkt. Das merken die Leute, und schätzen das sehr.

Alphas auf eMTBs stressen mich übrigens auch nicht wirklich, einerseits hat der Guide die Sozial- und Führungskompetenz damit umzugehen, Druck rauszunehmen und die Gruppe zu harmonisieren, doch am Ende des Tages geht es auch darum, ob ein ewiger Drängler seine Akkus frühzeitig leergeballert hat, um Druck zu machen, oder sich eben für das Gemeinsaftserlebnis einbringt. Da hat das eMTB im Gruppen-Tourenbetrieb eine durchaus willkommen regulative bzw nivellierende Eigenschaft 😉

Stichwort Notfälle: Als wir zufällig in der Dämmerung einen Guide mit einer anderen Gruppe trafen, bei dem ein Teilnehmer irgendwo auf einer langen und schnellen Abfahrt an einem Abzweig verloren gegangen war, und kein Handy-Empfang war, konnte ich den Teilnehmer mit dem eMTB innerhalb von 20 Minuten finden und aufsammeln. Normal hätte das locker 40 Minuten oder länger gedauert, sandige Pisten oder Trails auf La Palma sind bergauf sehr anstrengend zu fahren, dank eMTB erträglich und im Notfall auch schnell.

In der Dämmerung kann es am Ende eines langen Bike Tages wenn alle Müde sind und es auch noch kalt wird, da rasch kritisch werden. Umso besser wenn der Guide dank eMTB schnell und effizient reagieren und eingreifen kann.

Grundsätzlich denke ich bis zu 50:50 geht das in der Mischung bei so einer Gruppe ganz gut, wenn alle ihre Egos zurückstecken und sich kameradschaftlich benehmen, sollte das eigentlich gut möglich sein. Wenn aber auf 5 eMTB Fahrer in einer Gruppe nur noch z.B. 1 analog MTB Fahrer kommt, dann sollte der schon in eine eigene klassische Gruppe wechseln. Das macht dann eher keinen Spass mehr, auch wenn sich alle anderen eMTB Fahrer naturgemäß in so einem Fall immer sehr zurücknehmen.

Privat allerdings muss ich sagen, bin ich fast nur noch mit eMTB Fahrern unterwegs, da so viele umsteigen oder schon umgestiegen sind. Eine reine eMTB Gruppe ist natürlich in sich flowiger und fährt ihr eigenes, ganz anderes Tempo, genauso wie eine reine MTB Gruppe ihr eigenes Tempo hat.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Darüber macht man sich natürlich Gedanken – und wird dann in der Praxis immer wieder positiv überrascht.
Ich bin kürzlich bei einem eMTB Magazin Spot-Report in der Schweiz den ganzen Tag – auf ausdrücklichen Wunsch des Guides – mit einer kleinen Gruppe Fotofahrer lange Trails hochgefahren auf denen wir teils Gegenverkehr hatten. Schnelle Enduro Biker, die aber auf Kamm-Traversen teils auch unterschiedliche Fahrtrichtungen hatten, also war da auch Gegenverkehr ohne Motor. Da war ich zuerst auch skeptisch, ob das mit dem eMTB funktioniert…
Doch es gab keine einzige Begegnung auf der irgendein böses Wort gefallen wäre, ganz im Gegenteil. Alles sehr entspannt. Entgegenkommender Biker und eBiker hielten auf ein kurzes Schwätzchen an, oder der eBiker stellte aus, und der Biker fuhr freundlich grüssend vorbei. Genauso Biker und Biker, die unterschiedliche Richtungen fuhren. Es liegt in dieser Schweizer Region aber auch daran, dass dort sehr viele Bergläufer auf Shared Trails unterwegs sind.
Das heißt als Biker hast Du dort immer mit Gegenverkehr zu rechnen, also fahren die Leute wohl vorausschauender.
Was mich zum Kern des Themas bringt: auf jedem Singletrail den wir zB in Tirol fahren – egal ob Shared Trail oder nicht (Ausnahme DH Strecken) – ist JEDERZEIT mit Gegenverkehr durch Bergläufer und Wanderer zu rechnen.
Da kann ich sowieso nie das Gas voll stehen lassen, und muss auf Sicht fahren, alles andere ist Verantwortungslos. Bergauf wie Bergab. Wanderwege sind keine Rennstrecken.
Also ist das aus meiner Sicht eigentlich kein Thema, wird aber in Diskussionen gerne aufgebauscht.
Was aber grundsätzlich helfen kann, sind die bei eMTBs immer mehr anzutreffenden Tagfahrlichter (gedacht für Touren auf denen man auch Asphalt fährt, oder viel frequentierte Forststrassen mit viel Gegenverkehr, bzw. Zwischennutzung des eMTB in der Stadt). Diese kleinen und nicht weiter störenden Tagfahrlichter haben wir in der Schweiz und Tirol mittlerweile untertags einfach am Trail an, falls es wirklich mal wo bergauf geht. Bessere Sichtbarkeit hilft sicherlich.
Und last but not least gibt es stark frequentierte Strecken, da sagt der Hausverstand, dass man da am Wochenende keinen Spaß bergauf hat. Also fährt man woanders.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass Trails schon seit den 1980er Jahren bergauf getrialt wurden, und das gar nicht so wenig – die ultimative Härte- und Konditionsprüfung. Und dann gibt es Trails wo Vertrider und Bike-Bergsteiger ihre Bikes hochtragen und von oben kommen andere auf derselben Tour (in andere Richtung gefahren) runter. Riesenproblem? Nein. Respekt und Kameradschaft am Trail ist die Lösung die immer funktioniert. Emotionen raus – Hirn einschalten und sachlich diskutieren.
Wir sind alle Biker – egal ob mit oder ohne E.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich wünsche mir eine ent-Emotionalisierung des („Noch“) Reibungsthemas MTB vs. eMTB.

Das eMTB ist die größte Chance des MTB Sports seit seines Bestehens, ein Breitensport zu werden. Wenn wir uns ehrlich sind, werden wir Biker doch seit 30 Jahren z.B. im Vergleich zum Wandertourismus immer noch als Randgruppe wahrgenommen (in einigen östlichen Bundesländern Österreichs sind wir immer noch ein lästiges Übel).

Das wird sich mit dem eMTB nachhaltig ändern – mit allen Vor- und Nachteilen, und mit dem eBike in den Städten sowieso. Jeder wird irgendwann eBiken, viele machen es jetzt schon – weil es einfach Spass macht. Das wird dem MTB Sport das erste mal eine gesamtgesellschaftliche Dimension geben, im Sinne von „gehört“ werden.

Wer das nicht als Chance begreift zum Thema eMTB (mit dem MTB im Schlepptau) einen zukunftsorientierten Diskurs auf Augenhöhe mit allen Stakeholdern führen zu können, und jetzt noch darüber diskutiert ob „eMTB“ ja oder nein, böse oder nicht böse, hat ausgedient. Das eBike ist da, und nicht mehr aufzuhalten.

Jetzt gilt es Strategien zu entwerfen, für eine eMTB Zukunft, die wir gemeinsam gestalten können, und von der alle positiv profitieren können. Lenkungsmaßnahmen sind sicher ein Thema (z.B. https://www.alpenverein.de/natur/naturvertraeglicher-bergsport/skitouren_aid_10188.html).

Auch die Industrie wird gefordert sein: Auf Teufel komm raus immer mehr eMTBs verkaufen, und sich keinen Deut darum scheren was die Leute damit aufführen – wie sie fahren, was sie durch mangelhafte Fahrtechnik kaputt machen, das wird die Industrie in Zukunft beschäftigen.

Ein eminent wichtiges Thema beim MTB aber nun besonders auch beim eMTB sind aber eben Fahrtechnik Schulungen. Wenn mehr Leute Biken ist das gut für die Gesellschaft – „Bewegungsmangel ist aktuell der grösste Zivilisationsfeind“ (sagt die WHO) – und die Gesundheitskosten gehen runter. Mehr Leute auf Bikes bedeutet aber auch gesamt gesehen mehr Unfälle – die kann man mit Fahrtechnik Schulungen vermeiden.

Abschliessend würde ich sagen: die Zeit der Grundsatz-Diskussionen pro/contra eMTB ist langsam vorbei, das eMTB ist da und nicht mehr aufzuhalten. Jetzt geht es darum die positiven Effekte des eMTB zu verstärken und nutzen, und die negativen Aspekte des eMTB zu analysieren, aufzugreifen, zu gestalten und in positive Effekte umzuwandeln.

16. Susi Huth: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hallo Janet, vielen lieben Dank erst einmal für das Interview und das sehr interessante Thema!

Zu mir: Mein Name ist Susi Huth, ich bin 28 Jahre alt und lebe in München. Seit ein paar Jahren bin ich bei Rotwild als Markenbotschafterin. Dadurch bin ich auf einigen Bikevents unterwegs, arbeite als Guide und bin auf Women’s Camps als Coach/Guide dabei.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Absolut sehe ich das E-Mountainbiken und das Mountainbiken als gleiche Sportart an.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Natürlich gibt es Unterschiede, aber es gibt genauso auch Unterschiede zwischen Crosscountry, Enduro und Downhill Fahrern im Bikesport. Am Ende sind wir aber doch alle Mountainbiker, die (hoffentlich!) den Sport aus Liebe zum Sport und der Natur betreiben.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Hier kommt es stark auf die Gruppe an. Mit leistungsähnlichen Typen ist das gar nicht so leicht, denn man ist mit dem E-Bike einfach flotter und am Ende vom Anstieg natürlich auch fitter. Ich erlebe es aber auch immer wieder, dass gerade Frauen ab einem gewissen Alter sich mit dem E-MTB ihrem Mann auf dem MTB anschließen. Hier funktioniert das durchaus sehr gut und nimmt sogar das ewige Problem der Leistungsunterschiede.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Leider glaube ich, dass es hier tatsächlich Probleme geben wird. Es gibt immer wieder MTB-Fahrer/innen, die sich daneben verhalten. Eigentlich sollte jedem klar sein, dass man nur auf ausdrücklich gekennzeichneten „Uphill-Strecken“ auch bergauf unterwegs sein sollte. So sollte auch jedem klar sein, dass man auf Wanderwegen bergab Rücksicht nimmt  – ob mit MTB oder E-MTB. Aber leider gibt es wie in jeder Outdoorsportart Menschen, die sich an offensichtliche Regeln nicht halten.

Tatsächlich muss ich leider sagen, dass ich hier keine konstruktiven Vorschlag bringen kann, wie man diese Situation entschärfen könnte. Ich kann immer nur wieder an die Leute appellieren, mit zu denken & an andere zu denken – gerade wenn man sich in der Natur aufhält!

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich denke, dass dieses Thema noch lange eine Diskussion sein wird. Und es gibt für alles ein Für und Wider. Bei all dem sollten wir aber nicht vergessen, dass es den Meisten doch um den Spaß auf dem Mountainbike und in den Bergen geht und das verbindet uns. Ausreißer gibt es leider immer, die dazu führen, dass solche Diskussionen immer mehr entstehen.

17. Patrick Ribis: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Patrick Ribis / Berg und Skiführer / The Freeride Center.

Meine Motivation auf Berge zu steigen kommt vom eigentlichen Verlangen sie abwärts zu fahren. Egal ob Sommer oder Winter, ich war schon immer auf der Suche nach den guten Lines und Trails, mit dem Freeride Center biete ich genau das seit 2010 meinen Kunden.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Für mich ist es die gleiche Sportart bzw. Welt. Das MTB ist ein Sportgerät, das EMTB eine „Sportmaschine“

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Ein EMTB ist im Wesentlichen ein Bike, man muss immer noch selber treten damit es vorwärts geht, nur halt leichter weil ein Motor unterstützend wirkt. EMTBs können die konditionellen und konstitutionellen Fähigkeiten einer Gruppe nivellieren und somit bei richtiger Tourenwahl durchaus mit normalen Mountainbikes gemischt werden. Der einzige Nachteil von EMTBs ist sie tragen zu müssen, aber auch das ist bei entsprechender Fitness machbar.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Ja, warum nicht? Beim Guiden haben wir oft gemischte Gruppen und ich finde es optimal, mit meinem Ebike kann ich auch mal vor und zurück fahren und checken, ob bei allen Teilnehmern alles in Ordnung ist. Trailscouting geht auch viel besser weil eventuelle Navigationsfehler nicht viel Zeit kosten. Die Vorteile überwiegen.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Wo viele Menschen sind wird es immer Konfliktpotential geben. Wir sollten bei den Konflikten die Emotionen rausnehmen und uns draußen einfach ordentlich benehmen. Grundsätzlich sollten wir den Berg als Begegnungszone sehen und uns gegenseitig viel mehr respektieren und auch tolerieren.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Eigentlich gehts darum eine schöne Zeit am Berg und in der Natur zu verbringen, egal mit welchem Sportgerät. Wir sollten uns weniger mit Problemen als mit den Walderdbeeren am Wegrand beschäftigen. Wir sollten uns in den Bergen kameradschaftlich verhalten und an unserer Toleranz arbeiten, wenn das gelingt dann steigt am Ende die Qualität des Erlebten.

18. Gerhard Krautwurst: E-Mountainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Ich bin Gerhard Krautwurst genannt Krauti und betreibe gemeinsam mit meiner Frau Beate (übrigens seid der Erfindung des eBikes auch eine leidenschaftliche Mountainbikerin) eine Agentur zum Thema Fahrrad in Italien. In dieser beschäftigen wir uns mit vielen Dingen zum Thema Fahrrad von der Regionsentwicklung bis zum Vertrieb von Rädern!

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Für mich ist der Unterschied kleiner als viele denken. Meiner Meinung erhöht es nur die Möglichkeiten!

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Nehmen wir zu Beispiel mich. Ich war ein aktiver Mountainbiker & Bikeguide. Beruflich habe ich dann die letzten Jahre viel im Office und Auto verbracht und nun gibt mir das eBike die Möglichkeit meinen geliebten Sport in vollem Umfang weiter zu betreiben. Es ist eben so Kondition ist vergänglich Fahrtechnik bleibt! Oder in der Regel macht Mann oder Frau das Gleiche nur schneller oder länger!

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Grundsätzlich ja, so lange die nicht mit Motor unterstützten Fahrer das Tempo der Tour vorgeben. Für Bikeguides ist es eine neue Herausforderung solche Gruppen homogen zu halten. In der Regel ist es aber so, dass die meisten sich dann auch ein eBike besorgen schon alleine wegen dem Spaßfaktor!

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen? 

Man sollte nicht Probleme erzeugen die es noch nicht gibt. Natürlich müssen wir uns Gedanken zum Thema machen und viele Regionen machen das ja bereits in dem sie über Lenkungen der Biker die Situation entschärfen! Dazu kommen ja noch unzählige neue Uphill Trails die bereits gebaut wurden und noch gebaut werden. Und Menschen, die nicht Respektvoll mit ihren Mitmenschen umgehen können, wird es immer geben. Das hat aber nichts mit dem Biken an sich zu tun.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Zuerst möchte ich den Gegnern von eBiken, die selber Mountainbiker sind, nur sagen: Wir haben uns immer beschwert, dass uns Wanderer nicht auf “ihren” Wegen fahren lassen wollen und nun stelle ich oft fest, dass der Biker, der ohne Unterstützung unterwegs ist, auch so etwas wie ein Wegerecht für sich beansprucht.

Und noch etwas persönliches: es hat 13 Ehejahre gedauert bis ich und meine Frau zusammen Fahrradfahren konnten und die Freude von meiner Frau beim Radfahrer ist der beste Beweis dafür, dass es einfach eine Bereicherung ist.

19. Kerstin Kögler: E-Moutainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Ich lebe seit mehr als 18 Jahren meine Faszination fürs Mountainbiken und machte diese Leidenschaft auch zum Beruf:
als Rennfahrerin, Fahrtechnik-Trainerin und Mental-Coachin.

Für mich bringt das Mountainbiken viele Facetten zusammen und meine berufliche Motivation ist Menschen bewegen und begeistern. Mehr Infos zu mir, Kerstin, gibt es unter www.kerstin-koegler.de

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Ich sehe E-MTB und MTB nicht als unterschiedliche Sportarten. Für mich sind es zwei verschiedene Kategorien innerhalb der Sportart Mountainbike.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Mit modernen E-MTBs bin ich (fast) wie mit einem normalen MTB unterwegs. Was sich bei mir persönlich verändert ist der Fahrstil beim E-MTB: Ich fahre mehr im Sitzen bergauf und bergab ruhiger im Stil, da das E-MTB schwerer ist d.h. ich rolle eher über Wurzeln und Hindernisse. Mit meinem normalen MTB fahre ich verspielter, drücke mich häufiger aus Kurven ab oder springe über Wurzeln oder Hindernisse.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Für mich lautet die Antwort: überwiegend Ja.

Egal ob MTB oder E-MTB, wichtig ist mir die Fragestellung bevor ich mit einer Gruppe unterwegs bin:
Passt die Tour zu den Teilnehmern? Habe ich als Guide die Kompetenz diese Tour mit diesen Teilnehmern zu führen?

Ich kann mir vorstellen, dass es Mountainbiker  gibt, die nicht gern mit E-Bikern unterwegs sein wollen oder umgekehrt. Daher würde ich dies vorher bei allen Beteiligten transparent machen und abklären. Auch würde ich nicht in jedem Gelände eine gemischte Gruppe führen, sondern hier immer jeweils abwägen. Beispiel: Hochalpin, viele enge Spitzkehren, Schiebe/Tragepassagen oder auch unbekanntes Gelände.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Diese Situation hatte ich zum Glück noch nie. Ich kann mir vorstellen, dass dies in bestimmten hochfrequentierten Bikegebieten vorkommt. Sicherlich wird es einige Trails geben, die gern von E-Mountainbikern genutzt werden. Doch nicht jeder Trail bergauf eignet sich für E-Biker und nicht jeder E-Biker hat die Fahrtechnik für Trails bergauf.  Ich denke, dass auf solchen Trails (bei welchen sich herausstellt, dass sie beidseitig befahren werden) eine Beschilderung helfen würde.

Als ich gestern zu Fuß bergauf als Läuferin auf meinen Hometrails unterwegs war, kam mir der Gedanke: es können ja nicht nur Biker bergauf entgegenkommen, sondern auch Hunde, Fußgänger, Reiter oder Läufer – so wie ich gerade.

Für mich gilt abseits der Rennstrecke daher: angepasste Geschwindigkeit, Selbsteinschätzung und Kopf einschalten.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ich zog mir 2017 einen Bänderriss im Knöchel zu. Unglücklicherweise auf dem Weg zu einem BMC Event, bei dem die neuen Bikes den internationalen Händlern vorgestellt wurden. Bei diesem Event führe ich Test-Touren. Glücklicherweise war ein neues E-MTB im Programm. Pedalieren mit niedriger Belastung war sehr gut, auch nach Rücksprache mit dem Arzt. Dank E-MTB  konnte ich die Belastung sehr gut niedrig dosieren und es machte mir großen Spaß diese 2 Wochen auf dem E-Bike zu guiden.  Zugleich war es eine tolle Erfahrung. Insgesamt bin ich jedoch lieber ohne Motor unterwegs.

20. Andi Wittman: E-Moutainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Ich bin Andi Wittmann, 30 Jahre alt, ehemaliger Mountainbike Freeride Profi und nach einem schweren Unfall 2015 in der E-MTB Branche als Markenbotschafter für die Marke Haibike tätig. Ich setze mich für alles rund um das E-MTB ein. Von Fahrtechnik bis hin zur Schaffung von Infrastruktur ist hier alles dabei.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Definitiv verschiedene Sportarten.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Das E-MTB hat einen Motor, das normale MTB nicht. Ein Motorrad ist ja auch kein Mountainbike. Somit macht es finde ich wenig Sinn die beiden Sportarten unter einen Kamm zu scheren. Jeder sucht seine Herausforderung auf einer anderen, meiner Meinung nach, nicht konkurrierender Ebene.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Ja, alles eine Frage der Selbstdisziplin des E-MTB Fahrers und des Arrangements des MTB Fahrers. Im untersten Modus tritt man ähnlich schwer wie der, der keinen Motor hat!

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Schwer zu sagen…meiner Meinung nach ist Trails bergauf zu fahren sehr speziell und auch die Trails die dafür geeignet sind, sind sehr rar. Trotzdem gibt es immer Freaks und wenn es noch mehr werden, müssen infrastrukturielle Maßnahmen getroffen werden.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Am wichtigsten ist mir, dass egal ob mit oder ohne Motor nach dem geurteilt wird, wer auf dem Bike sitzt. Ich erlebe immer öfter, dass einem andere Radfahrer gar nicht mehr ins Gesicht schauen, sondern nur noch auf das Bike, um sofort herauszufinden, ob da ein Motor drin ist. Ich finde es sollte in der Natur immer ein Miteinander sein und die Akzeptanz spielt hier eine riesige Rolle. Der E-MTB Fahrer ist da, egal ob es viele wollen oder nicht. Nun ist es an der Zeit sich damit zu arrangieren und Wege zu finden wie es miteinander funktioniert. Meiner Meinung nach alles kein Problem 🙂

21. Lisa Breckner: E-Moutainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Mein Name ist Lisa Breckner und ich komme aus dem Fichtelgebirge. Wenn ich nicht auf dem Rad sitze, bin ich Unternehmerin in der Textilbranche. Dennoch bestimmt das Mountainbiken und mittlerweile auf das E-Mountianbiken einen großen Teil meiner Freizeitgestaltung. Als Markenbotschafterin bei CUBE bin ich gerne in der Region, aber auch überregional auf Events und Camps unterwegs, bei Gelegenheit helfe ich als Guide in der Heimat aus.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Vermutlich polarisiert nichts so stark, wie der Trend: E-MTB. Ich glaube es gibt keine richtige Antwort auf diese Frage, aber das merkst du ja vermutlich auch Tag für Tage bei deinen Blogeinträgen.

Ich versuche mal es so zu gliedern:

Einerseits gehört das E-Mountainbiken sehr wohl zum MTB. Zum Beispiel dann, wenn der konditionell Schwächere auf ein wenig Hilf-“E“ zurück greift, oder zum Beispiel die Hauptverantwortung in Form von Kind und Anhänger trägt.

Andererseits muss man es definitiv als „neue“ Sportart sehen. Zum Beispiel dann, wenn eine Gruppe E-Mountainbiker einfach so zum Spaß eine Runde dreht.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Ich freue mich über die wachsende Zahl an „Radfahrern in der Natur“ … das können sehr gerne auch E-Mtb’ler sein. Als eine „neue“ oder differenzierte Sportart würde ich es aber dann betrachten, wenn ich selbst aufs E-Bike steige oder mit meinem Freund oder Freunden auf E-Tour gehe. Denn das ist einfach was Anderes…meist mache ich das z.B. aus Zeitnot nach der Arbeit. Das würde ich dann aber nicht mit einer normalen längeren, Tages-MTB-Tour vergleichen, die ich sonst so mache.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Sofern sich der E-Biker anpassen kann ja. Im Freundeskreis klappt das teilweise sehr gut.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Es macht den ganzen Konflikt aus Wanderern und Mountainbikern sicher nicht leichter. Ich apelliere hier einfach an Toleranz und Verstand. Wenn alle Parteien ein wenig aufeinander zugehen findet man sicherlich eine Lösung.

In anderen Ländern gibt es ja bereits jetzt schon uphill und downhill Strecken, unabhängig vom E-Bike Trend. Das könnte ich mir z.B. auch bei uns vorstellen.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Ja. Habt Spaß auf den Trails und vor allem aber in der Natur! Das ist das wichtigste, denn häufig wird einfach viel zu viel geredet und man vergisst das fahren. 🙂 Denn selbst wenn sich der E-Biker auf der Hütte das vielleicht nicht ganz so verdiente Radler schmecken lässt – wichtig ist doch: wir sind in der Natur und diesen Genuss sollten wir uns nicht nehmen lassen. 🙂

22. Marcus Klausmann: E-Moutainbiken ist...

1. Kannst Du Dich bitte kurz vorstellen und sagen was Du innerhalb der (E-) MTB Branche so machst?

Hi, ich bin Marcus Klausmann und ich bin leidenschaftlicher Downhiller und Endurist. Nach meiner Profikarriere ermöglichten mir mein Ehrgeiz, Trainingswille und Talent, mein Hobby zum Beruf zu machen und meinen Erfindergeist in Sachen Fahrwerkstuning über Jahre zu optimieren und zu perfektionieren. Hinter der Firma MK Suspension stehen also die Erfahrung und das Know How meiner 20 jährigen Profilaufbahn in der es europaweit nur wenige Rennstrecken gibt, die von mir in Sachen Fahrwerkabstimmung nicht aufs Genauste durchleuchtet wurden. Nur durch ein funktionierendes Fahrwerk wurden Erfolge wie ein Weltcupsieg, 7 Podiumsplätze im Weltcup, 2 WM-Medaillen und 15 deutsche Meistertitel möglich. Neben der Fahrwerkoptimierung kann man mich auch noch als Fahrtechniklehrer buchen unter: http://www.marcusklausmann.de . Außerdem bin ich Schirmherr und Coach des Propain Gravity Kids Team, was mir ebenfalls riesigen Spaß bereitet.

2. Siehst Du E-Mountainbiken und Mountainbiken als zwei verschiedene Sportarten an oder als die gleiche Sportart?

Das ist tatsächlich eine schwierige Frage. Eigentlich ist es für mich die gleiche Sportart – nur mit einem anderen Trainingsmittel ausgeübt.

Gerade auch für Endurofahrer kann ein E-MTB eine sehr positive Ergänzung als Trainingsgerät sein, um in den perfekten Leistungsstufen zu trainieren. Ich bin z.B. früher immer auf das Rennrad umgestiegen, wenn ich im regenerativen Bereichen bzw. G1 oder G2 trainieren musste. Der Grund hierfür ist, dass es oftmals schwierig ist mit dem MTB, genau im richtigen Pulsbereich oder der vorgegebenen Wattzahl, Grundlagen-Ausdauer zu trainieren – einfach aufgrund der vorhandenen Geländetopografie. Nicht so mit einem E-MTB. Hier kann man genau diesen Trainingsbereich weg von der Straße in den Wald verlagern. Ein weiterer Vorteil daraus ist, dass ich nun also auch im Grundlagentraining mehr Höhenmeter mit mehr Tiefenmeter verbinden kann. Damit erhöht sich auch der Trailanteil bergab deutlich und mein Techniktraining kann also ebenfalls ins Grundlagentraining integriert werden. Eine sehr gute Trainingskombination, wie sie im Enduro-Bereich neuestens auch immer stärker gezielt eingesetzt wird.

Aber auch anstrengende Ausfahrten jenseits des Grundlagenbereichs sind mit einem E-MTB möglich und schaffen neben einem hohen Trainingseffekt – ein völlig neues Erlebnis. Mit einem E-MTB habe ich viel mehr Neue für mich unbekannte Trails ausprobiert, da man immer das Gefühl hat, wenn der Weg doch nicht gut ist, drehe ich eben wieder um und Kurbel den Berg wieder hoch.

Alles in allem sehe ich also das E-Mountainbiken als die gleiche Sportart wie Mountainbiken an, nur betreibe ich es mit einem anderen Sportgerät, eben ähnlich wie ich Donwhillrennen mit einem anderen Sportgerät fahre: meinem Downhill-Bike!

Das E-MTB ist also eine schöne Alternative oder Ergänzung, um im Wald ganz strukturiert trainieren oder auch einfach ganz viel Spaß haben zu können.

3. Warum siehst Du das so und woran machst Du das fest?

Na klar war ich mit Stefan Schlie beim Videodreh des ersten Uphill-Flow Films auch dabei und hier könnte man schon sagen, solche Anstiege sind mit einem normalen MTB kaum oder gar nicht zu schaffen, weshalb es eine neue Sportart darstellt.

Trotzdem glaube ich wird die breite Masse ein E-MTB genauso benutzen wie ein MTB und der größte Teil wird sich nicht an so steile Passagen wagen, die eine andere Sportart begründen würden. Daher ist es aus meiner Sicht einfach ein anderes Sportgerät.

Ähnlich wie, dass die breite Masse auch nicht die super schweren Downhillstrecken fährt, könnte es beim E-Mountainbiken eben Cracks geben, die sich im Uphill-Flow messen werden.

4. Funktionieren aus Deiner Erfahrung heraus gemischte Gruppen, die aus Biker mit E-MTB und mit MTB bestehen?

Also wenn man richtig Spaß haben will würde ich eher „nein“ antworten. Ein „normalo“ Biker müsste schon richtig richtig fit sein und Druck aufs Pedal bringen, um mit einem E-MTB mithalten zu können. Gerade das schneller-weiter-höher-Prinzip eines E-MTB macht ja Spaß.

Natürlich kann man mit niedrigerer Unterstützung auch mal in einer gemischten Gruppe mitfahren – aber am meisten Spaß macht es halt einfach, wenn beide bzw. die ganze Gruppe E-MTBs fährt.

5. In meinem Blog beschäftige ich mich ja auch mit dem Für und Wider von E-MTBs. Hier höre ich immer wieder Vorurteile, dass es gefährlich sein könnte, wenn einem E-MTBs auf Trails – ganz dem „Uphillflow“ verfallen – entgegenkommen. Glaubst Du es wird hier künftig tatsächlich Probleme geben und wenn ja was könnte aus Deiner Sicht die Situation entschärfen?

Im Endeffekt ist es ja so, dass man auch mit dem MTB bereits ab und zu Trails hochfährt. Wenn jemand entgegenkommt, muss in beide Richtungen vorausschauend gefahren werden, das ist ja sowieso absolute Pflicht von beiden. Daher sehe ich auf normalen Wanderwegen überhaupt keine Probleme und Gefahren aufkommen.

Anders sieht es aus meiner Sicht auf Strecken aus, die offiziell bergab ausgewiesene Biketrails darstellen. Gerade in Freiburg sollten natürlich solche Strecken wie z.B. die Boarderline nicht bergauf befahren werden. Jeder sollte so schlau sein, solche Trails nicht hoch zu fahren, die nach unten ausgewiesen sind, denn hier rechnet man normalerweise nicht mit E-Mountainbikern und das wäre aus meiner Sicht lebensgefährlich.

Auf normalen Wanderwegen gilt ja bereits jetzt absolute Rücksichtnahme, daher gibt es aus meiner Sicht dort keine Probleme durch E-Mountainbiker.

6. Was willst du selber noch zum Thema gerne sagen?

Die E-Mountainbikes werden immer besser und machen mega Spaß und jeder der sie als Konfliktpotential sieht, soll einfach mal ne Runde fahren und sehen, dass ein E-MTB genauso seinen Platz im Wald oder auf dem Berg haben darf.

 

 

 

 

4 thoughts on “Der etwas andere Adventskalender: E-Mountainbiken ist…

  1. Es ist einfach genial das e bike ich fahre natürlich auch Rennrad,aber es ist ein Unterschied wenn ich 25km ein Berg hochfahre aber trotzdem sollte das E-Bike nicht unterschätzt werden sobald Mann die 25km erreicht hat muss Mann 20kg bewegen und das ist nicht ohne aber machen beide Spaß
    Einen wunderschönen Advent noch Ciao 👋

    1. Hi Carmelo, vielen Dank für Deine Meinung. Ich war heute auch unterwegs und es lag oben doch schon einiges an Schnee – da genieße ich das E-Bike auch sehr, da es im Schnee nicht so schwer fällt als mit dem MTB. Rennrad fahre ich bei etwas rutschigen Verhältnissen momentan nicht mehr so. Da geb ich Dir total recht, dass man auch mit E-Bike ganz schön treten muss 😉 Ich wünsche Dir ebenfalls noch einen schönen 1. Advent! GLG Jani

  2. Hi Jani, total coole Idee mit dem “Adventskalender”. Bin selbst so ne Art “Pionier” auf E-MTBs und schon seit 2010 damit unterwegs, wünsche dir weiter viel Spaß und uns tolle Geschichten von dir! Gruß Air-Marky

    1. Hi Air-Marky,
      Das freut mich riesig, dass auch ein E-MTB Pionier den Weg hier her auf meine Blogseite gefunden hat! Ich habe mir eben Dein Video angeschaut und Deinen Kanal natürlich abonniert! Sau stark was Du da so anstellst mit Deinem E-MTB ich sehe ich habe noch sehr viel Luft nach oben 😉🙈👋Liebe Grüße zurück Jani!

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